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Die Sterne Beiruts


Gegründet wurde der Verein Al Nejmeh Sporting Club (Nadi Nejmeh Riyadi) im Jahr 1945. Seit 1951 ist der Verein ununterbrochen in der ersten libanesischen Liga, der Premier League, vertreten. Nejmeh, wie der Verein kurz und knapp von den Beiruter Bürgern genannt wird, genießt einen hohen Beliebtheitsgrad in der Bevölkerung, da er für Fans jeder Art und Konfession steht. Ein durchaus besonderer Aspekt, denn in dem vorderasiatischen Land gibt es gleich 17 verschiedene anerkannte Religionsgemeinschaften, die zum Teil auch im libanesischen Parlament vertreten sind. So verwundert es nicht, dass elf der zwölf Ligavereine einem der Religionsverbunde oder einer Partei angehören.

Die Anfänge des Clubs

Zur Zeit der Gründung des Vereins war der Fußball im Libanon noch relativ unbekannt. Französische Soldaten importierten damals den Fußball in das gerade unabhängig gewordene Land. Nach und nach fanden immer mehr Leute Spaß an der Sportart, sodass schließlich der Verein aus der Taufe gehoben wurde. Die damaligen Macher des Vereins waren Anis Radwan, Yahia Daroub, Noureddine Hamedeh, Amin Monzer, Hamzah Daroub und Salah Senno. Mit Anis Radwan wurde einer von ihnen zum ersten Präsidenten in der Geschichte des Clubs. Zunächst spielte Nejmeh bis 1950 in keinem festen Spielbetrieb, ehe man 1951 im Libanon eine erste Liga gründete. Zwar spielte das Gründungsmitglied seitdem ununterbrochen in der ersten Liga mit, allerdings ohne großartig aufzufallen. Die ersten Erfolge sollten sich erst später einstellen.

Die „goldenen Jahre" Anfang der 70er

Im Jahr 1971 war es dann soweit - Nejmeh hatte es geschafft, ein starkes Team zu formen und wurde auf beeindruckende Weise Pokalsieger, indem alle Favoriten aus dem Turnier gekegeltwurden. Stars des ersten Titels waren Mohammad Hatoum, Hassan und Mahmoud Shatila, Habib Kammouneh, Zein Hashem, Jamal El Khatib und Youssef El Ghoul. 1973 gelang dem Team die erste Meisterschaft, ohne dabei ein einziges Spiel zu verlieren. Nejmeh beeindruckte mit seiner offensiven Spielweise, gewann dadurch immer mehr Zuschauerzuspruch, sodass viele Top-Spiele in der Liga ausverkauft waren. Zwei Jahre später gelang Nejmeh die zweite Meisterschaft der Vereinshistorie. Erneut konnte man die Zuschauer mit tollem Fußball erfreuen. Aber auch ansonsten sorgte Nejmeh für Schlagzeilen. 1974 besuchte der brasilianische Weltstar Pelé den Libanon und bestritt einige unoffizielle Spiele für Nejmeh. Die Stippvisite des Weltfußballers des vergangenen Jahrhunderts ist sicherlich eine der aufregendsten und interessantesten Episoden in der Geschichte des libanesischen Clubs.

Der Bürgerkrieg

Nur ein Jahr später begann der libanesische Bürgerkrieg, der das Land bis Ende der 80er im Griff hatte. Natürlich hatte dies auch Auswirkungen auf den Fußball. Der Ligabetrieb wurde für zwölf Jahre eingestellt. In dieser Zeit starben viele Spieler, die zuvor in der Liga aktiv waren, in den blutigen Kämpfen auf den Straßen Beiruts. Das Sportliche stand also erst einmal klar im Hintergrund. Dies zeigte sich auch, als 1988 der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurde. Das Interesse hatte deutlich abgenommen – zu sehr waren die Nachwirkungen des Krieges in der Bevölkerung noch spürbar. Auch Nejmeh musste erneut bei Null starten. Mit Jugendlichen bemühte man sich eine neue Mannschaft aufzubauen und aus der Not eine Tugend zu machen. Denn ältere und erfahrene Fußballer gab es damals kaum. Viele mussten ihr Leben im Krieg lassen.

Erfolgreich ins neue Jahrtausend

Auch Ende der 90er-Jahre hielt der Verein am Konzept mit jungen Spielern fest, was schließlich in der Saison 1999/2000 zum Erfolg führte. Eine neue Generation junger Kicker erlangte die dritte Meisterschaft der Clubgeschichte und beendete die Alleinherrschaft Al-Ansars in der Liga. Der Stadtrivale hatte zuvor zwölf Meisterschaften in Folge für sich entschieden. Leistungsträger beim dritten Titelgewinn waren hauptsächlich junge Libanesen, wie der damals 16-jährige Mohammad Ghaddar, der noch heute dem Club die Treue hält.

Nach einem weiteren Titelgewinn 2002 übernahm im Jahr 2004 der deutsche Trainer Otto Pfister den Platz auf der Trainerbank und führte den Club zu zwei weiteren Erfolgen in der heimischen Liga. Somit durfte man auch am AFC-Cup teilnehmen, in dem die „kleineren“ Fußballnationen Asiens ihre Meister gegeneinander antreten lassen. Den späteren Finaleinzug des Vereins erlebte Pfister jedoch nicht mehr aktiv mit. Nach der Ermordung des damaligen Premierministers Hariris, ein Förderer des Vereins, trat er von seinem Posten zurück. Die Mannschaft, die im Endspiel an Al-Faisaly aus Jordanien scheiterte, überzeugte vor allem mit libanesischen Talenten, die zu dieser Zeit aus den reicheren, arabischen Ländern immer wieder Angebote bekamen. Doch diese wurden meist abgelehnt und die Spieler blieben Nejmeh weiter treu. Auch in den folgenden Jahren war man auf internationaler Ebene erfolgreich und erreichte zwei Mal das Halbfinale des AFC-Cups. Der Titelgewinn blieb ihnen bisher allerdings verwehrt.

Auch aktuell stellt Nejmeh den libanesischen Meister. Der Kader ist dabei allerdings etwas internationaler geworden als in den Spielzeiten zuvor. So verwundert es auch nicht, dass neben den Libanesen Ali Hamam, Zakaria Charara und Mohamad Ghaddar auch Ausländer wie der Bosnier Boris Lucic, der Jordanier Khaled Saad oder der Brasilianer Tommy Giacomelli zu der Korsettstange des Teams gehören.

transfermarkt.de 23.09.2009

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