Donnerstag, 18. August 2011

Bücker: "Nichts ist unmöglich"

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Zehn Jahre nachdem er Libanon in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Korea/Japan 2002™ betreut hatte, übernimmt der deutsche Trainer Theo Bücker erneut das Amt des Nationaltrainers und hofft, in der Qualifikation für Brasilien 2014 mehr Glück zu haben. Wenn er seine Mannschaft in die nächste Runde führen möchte, muss Bücker allerdings seine gesamte Routine ausspielen, um sich in Gruppe B gegen starke Mannschaften wie die Republik Korea, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate durchzusetzen.

Die Erwartungshaltung, dass Libanon eines der beiden Tickets für die letzte Runde der Asien-Qualifikation ergattern kann, ist gering, doch Bücker versicherte im Gespräch mit FIFA.com, dass seine Schützlinge keinesfalls als bloßer Punktelieferant fungieren werden.

Fortschritte
Es mag ein wenig seltsam erscheinen, dass sich der 63-jährige Trainer dazu entschied, bei einem Außenseiter wie Libanon zu arbeiten, doch die Liebe zum libanesischen Fussball veranlasste ihn dazu, seinen alten Job wieder anzunehmen, wie Bücker erklärte: "Es überrascht und stört mich, dass dem libanesischen Fussball nicht der nötige Respekt entgegengebracht wird – vor allem angesichts der zahlreichen Talente, die man hier vorfindet. Ich versuche, im libanesischen Fussball eine positive Veränderung herbeizuführen, um den Grundstein für eine bessere Zukunft zu legen."

"Ich bin bereits Halblibanese", sagte Bücker, der mit einer Libanesin verheiratet ist und viele Jahre in Beirut lebte. "Ich liebe den libanesischen Fussball, doch die Lage im Land hat das Spiel etwas zurückgeworfen."

Er hat keine Zweifel, dass sich der Fussball weiterentwickelt hat, seitdem er im Jahr 2001 erstmals das Amt des Teamchefs übernommen hatte: "Die Spieler sind dank der Fussballakademien, die aufstrebende Spieler in Kontakt mit dem Weltfussball bringen, viel talentierte als zuvor. Die Begeisterung ist groß und diese Leidenschaft muss in die richtige Richtung gelenkt werden. Der hiesige Fussballverband muss Hand in Hand mit den Fans arbeiten, um das Spiel weiterzuentwickeln und etwas zu erschaffen, das jeder genießen kann", sagte er.

Eine schwere Auslosung
Trotz seines Optimismus' bleibt Bücker hinsichtlich der Chancen seiner Mannschaft, in der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball‑WM 2014 die nächste Runde zu erreichen, realistisch. Seine Gruppe beschreibt er als schwer, aber nicht unmöglich:

"Für uns wäre jede Gruppe sehr schwer", erklärte er. "Die Qualifikation stellt eine Chance für uns dar, Änderungen herbeizuführen und weitere Schritte in Richtung einer besseren Zukunft zu setzen. Wir sind bestimmt kein Favorit für die Qualifikation, doch wir dürfen uns den sich bietenden Gelegenheiten nicht verschließen."

Bücker bewies, dass Hoffnung und Pragmatismus keinen Widerspruch darstellen müssen, indem er sagte: "Wenn wir den libanesischen Fussball wirklich zum Besseren verändern möchten, müssen wir uns auf die unmittelbare Zukunft konzentrieren und gute Ergebnisse einfahren. Das bedeutet aber nicht, dass wir in der Asien-Qualifikation nicht unser Bestes geben werden."

Auch bei der Einschätzung der Gegner seiner Mannschaft in der dritten Qualifikationsrunde zeigte er sich realistisch: "Die Republik Korea ist die Republik Korea, aber auch Kuwait und die VAE sind junge Mannschaften, die zuletzt sehr starke Leistungen gezeigt haben. Im Fussball ist nichts unmöglich. Daher sind wir zuversichtlich, dass wir ebenfalls gute Leistungen bringen können."

Das erste Spiel der Libanesen in Gruppe B findet am 2. September in der Republik Korea statt. Ein Sieg scheint zwar ein schwieriges Unterfangen zu sein, doch Bücker ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft durchaus in der Lage ist, nicht punktlos zum Rückspiel antreten zu müssen.

"Niemand glaubt an die Stärke und Qualität des libanesischen Fussballs. Wir müssen die Wahrnehmung der Menschen ändern und den Spielern wieder zu Selbstvertrauen verhelfen. Wir müssen mit der Einstellung in dieses Spiel gehen, eine gute Leistung bringen und ein ansprechendes Ergebnis erzielen zu können", sagte der Trainer.

Doppelfunktion
Als wäre das Amt eines Nationaltrainers noch nicht genug, muss Bücker seine internationalen Verpflichtungen mit seinem anderen Job als Trainer des libanesischen Meisters Al Ahed, der seinen Titel unbedingt verteidigen und am AFC Cup 2012 teilnehmen will, unter einen Hut bringen. Er lässt sich davon jedoch beeindrucken und ist überzeugt, dass ihm seine Liebe zum Fussball dabei helfen wird, diese Doppelbelastung zu bewältigen.

"Die libanesische Nationalmannschaft und Al Ahed gleichzeitig zu betreuen, ist nur dann möglich, wenn der Trainer absolut fussballverrückt ist", lachte er. "Für mich ist das Traineramt nicht nur ein Job, sondern eine Möglichkeit, diesen Sport zu genießen. Wie könnte ich mich da beschweren?"

Zum Abschluss des Interviews äußerte Bücker seine Zuversicht, dass gute Leistungen von libanesischen Vereinsmannschaften dazu beitragen können, das Ansehen des Fussballs in diesem Land zu verbessern: "Unser wichtigstes Ziel besteht darin, den Erfolg von Al Ahed aus dem Vorjahr zu wiederholen. Wir wollen aber auch beim AFC Cup für Furore sorgen und Werbung für libanesische Talente und den Fussball dieses Landes machen."


Quelle: Fifa.com

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