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Mohamad: Wir müssen 11 Kapitäne sein!


Von ULRICH BAUER

Kölns Ex-Chef im BILD-Interview.

Vor sieben Monaten verlor Youssef Mohamad (32) die Kapitäns-Binde an Lukas Podolski (26). Samstag geht nun Pedro Geromel (25) als Kapitän in die Saison. In BILD spricht Mohamad über seine beiden Nachfolger, seine Gefühle und seine Zukunft.

BILD: Herr Mohamad, wie weit sind Sie nach Ihrer Knieverletzung?

Mohamad: „Es geht immer besser und ich steigere das Training von Tag zu Tag. Aber hin und wieder spüre ich noch leichte Schmerzen bei Sprints und bestimmten Bewegungen. Ich muss weiter vorsichtig sein und kann nur hoffen, dass es für Samstag reicht!“

BILD: Ist Ihnen das Blitz-Rot der letzten Saison noch in Erinnerung?

Mohamad: „In Erinnerung ja. Aber das ist Vergangenheit. Das habe ich abgehakt und denke da schon lange nicht mehr drüber nach.“

BILD: Im Winter waren Sie unglücklich und dachten über einen Abgang aus Köln und über verschiedene Angebote nach. Die Angebote liegen immer noch vor.

Mohamad: „Als Fußballer erhält man häufig Angebote, aber das spielt für mich zurzeit keine Rolle.“

BILD: Sie bleiben?

Mohamad: „Ja! Ich habe noch zwei Jahre Vertrag und den respektiere ich. Warum sollte ich den Klub verlassen, wenn alles gut läuft? Es stimmt, ich war unzufrieden letzten Winter. Aber jetzt fühle ich mich sehr wohl hier und bleibe.“

BILD: Was hat sich seither beim FC verändert?

Mohamad: „Einiges! Wir haben einen neuen Trainer. Er macht als Mensch einen guten Eindruck. Er ist jung, hat aber schon viel Erfahrung und weiß viel über Fußball. Seit der Winterpause hat sich viel getan hier.“

BILD: Ist der FC Ihr letzter Verein?

Mohamad: „Das kann ich nicht sagen. Mein Vertrag läuft bis 2013. Dann müssen wir sehen. Klar ist nur: In Deutschland interessiert mich kein anderes Team. In der Bundesliga werde ich niemals für einen anderen Verein spielen außer für den 1. FC Köln. Wenn ich irgendwann wechseln sollte, dann nur ins Ausland.“

BILD: Sie waren selbst Kapitän. Jetzt ist es Pedro Geromel – eine gute Wahl?

Mohamad: „Auf jeden Fall. Er ist ein starker Spieler und Leistungsträger. Er ist ein sehr wichtiger Spieler innerhalb der Mannschaft und jeder respektiert ihn. Es ist die Entscheidung des Trainers, er hätte nicht so entschieden, wenn Geromel fehl am Platz wäre.“

BILD: Können Sie als Ex-Kapitän nachvollziehen, dass es schwer ist für Lukas Podolski, die Binde zu verlieren?

Mohamad: „Poldi hat eine absolut professionelle Einstellung und respektiert die Entscheidung. Ich bin sicher, er wird richtig damit umgehen. Das ist unser Job.“

BILD: Nach dem Motto: Jeder muss Verantwortung übernehmen?

Mohamad: „Auf dem Platz müssen wir dieses Kapitäns-Thema meiner Meinung nach ohnehin vergessen. Wir sind ein Team und wir müssen als Mannschaft auftreten. Keiner sollte denken ‚ich bin hier der Anführer, sondern alle müssen Führungs-Spieler sein – jeder ein Kapitän. Und wenn wir als Team spielen ist es uninteressant, wer gerade die Binde trägt.“

BILD: Wie weit ist die Mannschaft schon?

Mohamad: „Wenn man zurückschaut auf die Vorbereitung haben wir gut trainiert und auch in den Tests gute Resultate erzielt. Das ist ein gutes Zeichen und ich habe ein gutes Gefühl für die neue Saison.“

BILD: Was ist drin diese Saison?

Mohamad: „Ich hoffe mehr als Platz neun. Aber zunächst sollten wir uns darauf konzentrieren, einen Mittelfeldplatz zu erreichen. Man sollte nicht anfangen, von Europa zu träumen, sondern sich an den eigenen Möglichkeiten orientieren. Was wir können, haben wir in der Rückrunde gezeigt. Wenn uns also ein guter Start gelingt und wir keine Verletzungssorgen haben, dann glaube ich daran, dass wir am Ende sogar unter den Top-Acht landen können.“

Quelle:BILD

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