Donnerstag, 11. Juli 2013

Libanon-Talent Skaf: „Möchte so werden wie Youssef Mohamad“

Shadi Skaf (Foto) ist Kapitän der libanesischen U20-Nationalmannschaft und steht beim libanesischen Erstligisten Al-Nejmeh unter Vertrag. Der 19-jährige Innenverteidiger heuerte 2012 nach erfolgreichen Probetrainings fast in Deutschland an, wurde jedoch von Visaproblemen ausgebremst. Skaf sprach mit Younes Simmo (patavino) über den Fußball in seinem Heimatland, sein Idol Youssef Mohamad und erklärt, wie Trainer Theo Bücker den Fußball im Libanon vorangebracht hat.

Transfermarkt.de: Wie haben Sie mit dem Fußballspielen angefangen und wer hat Sie gefördert?

Shadi Skaf: Ich spiele seit dem ich denken kann, doch im Jahr 2009 entdeckte mich Khalil Watfa. Er war von meinem Spielstil überzeugt und brachte mich zu Al Islah Burj Al Shamali, da der Verein nicht weit von unserer Ortschaft beheimatet ist. Ich begann erst in der U16 mit dem Vereinsfußball.

Transfermarkt.de: Herr Skaf, Sie haben in dieser Saison bei Al-Nejmeh unterschrieben. Was erhoffen Sie sich von diesem Wechsel?

Skaf: Ich hoffe, dass ich in Beirut große Schritte nach vorn machen kann. Ich möchte mich dort durchsetzen. Jeder kennt Nejmeh als besten Verein des Libanon. Es würde mit viel bedeuten, wenn ich mich als junger Spieler dort direkt durchsetzen kann. Als Al-Islah eine Saison lang in der Lebanese Premier League spielte, konnte ich schon damals an einigen Spielen teilnehmen.

Transfermarkt.de: Libanesische Medien berichteten davon, wie Sie 2012 versuchten, in Deutschland Probetrainings zu absolvieren. Was ist daraus geworden?

Skaf: Ja es stimmt, ich war dort. Ich habe auch bei einigen Vereinen vorgespielt und diese waren mit meinen Leistungen auch zufrieden. Man wollte mir auch eine Chance geben, aber ich hatte leider Probleme mit meinem Visum. Die Vereine konnten keinen Kontrakt mit mir abschließen. Kein Vertrag, ohne gültiges Visum. Der Rest ist Geschichte: Die Clubs hatten ihre Kader vollständig und mein Visum kam erst, als die ersten Partien bereits gespielt wurden. Mir blieb nichts anderes übrig, als wieder in den Libanon zu fliegen.

Transfermarkt.de: Sie sind aktuell Mitglied und Kapitän der U20-Nationalmannschaft. Wie ist das spielerische Niveau des Teams zu bewerten?

Skaf: Unsere Spieler werden immer besser. Natürlich fehlt es noch an einigen Kleinigkeiten, aber die meisten sind wirklich lernbereit und tun alles dafür, um erfolgreich zu sein. Nur muss man uns dabei richtig unterstützen. Der Verband hat uns einen ausländischen Trainer geholt, der uns dabei hilft, unseren Zielen näher zu kommen.

Transfermarkt.de: Was sind Ihre Stärken als Fußballer?

Skaf: Das sollen andere beurteilen, aber ich würde mal sagen, dass ich mich gut in den Zweikämpfen durchsetzen kann.


Transfermarkt.de: Die libanesische Nationalmannschaft hat unter Trainer Theo Bücker großartige Leistungen bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 gezeigt. Wie hat sich das Niveau in der Nationalmannschaft und der Liga unter Bückers zweijähriger Amtszeit verändert?

Skaf: Theo hat wirklich aus ganz wenig ganz viel gemacht. Der libanesische Fußball war vor zwei Jahren noch am Boden und wir hatten kaum Besucher in den Stadien. Viele wussten gar nicht, dass wir eine Nationalmannschaft haben. Bücker hat den Spielern die richtige Philosophie auf den Weg gegeben und das Niveau ist merklich gestiegen. Die Siege in Beirut gegen Südkorea und den Iran bestätigen das.


Transfermarkt.de: Welchem Fußballverein drücken Sie international die Daumen und wer ist ihr Lieblingsspieler?

Skaf: Ich mag den FC Bayern. Die Münchner spielen einen sehr dominanten Fußball und lassen ihre Gegner in den Spielen kaum zu Atem kommen. Mein Lieblingsspieler ist Ex-Kölner Youssef Mohamad. Er kam nach Deutschland ohne eine richtige fußballerische Ausbildung genossen zu haben. Er ist ein Defensivbollwerk und es freut mich, dass er der Kapitän der libanesischen Nationalmannschaft ist.

Transfermarkt.de: Roda Antar und Youssef Mohamad spielten lange in Deutschland und wurden zu den Aushängeschildern des Libanons. Sind sie die beiden trotz ihres fortgeschrittenen Alters immer noch die Stars des libanesischen Fußballs?

Skaf: Roda und Dodo sind die Spieler schlechthin im Libanon. Was beide erreicht haben, hat bisher keiner geschafft. Natürlich haben wir einige Kicker die mittlerweile im Ausland spielen, doch jeder definiert den Libanon mit Roda Antar und Youssef Mohamad, wenn es um Fußball geht.

Transfermarkt.de: Wo möchten Sie in fünf Jahren als Fußballer stehen?

Skaf: Ich möchte so werden wie Youssef Mohamad. Wenn ich es irgendwann schaffe im Ausland zu spielen und dabei erfolgreich zu sein, dann habe ich mein sportliches Ziel erreicht.


Quelle: transfermarkt.de

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