Samstag, 7. Mai 2011

Mohamad: Ich habe keinen Ärger gemacht


Er hat monatelang geschwiegen. FC-Star Youssef Mohamad (30) – jetzt spricht er in BILD über Stress im Team und seine Zukunft!

BILD: Herr Mohamad, fühlen Sie sich wohl in Köln? Mohamad: „Nach dem Sieg gegen Leverkusen ist die Situation wieder viel besser.“

BILD: In der Liga oder in der Mannschaft? Mohamad: „In der Liga und in der Mannschaft. Die Stimmung im Team ist viel besser. Davor haben wir nicht als Team zusammengearbeitet. Da hat es nicht funktioniert. Jetzt kannst du es fühlen, dass es auf und neben dem Platz besser ist.“

BILD: Aber es kann doch nicht sein, dass nur gute Stimmung und Zusammenhalt herrscht, wenn Köln gewinnt... Mohamad: „Es ist doch immer so: Wenn du gewinnst, ist alles gut. Der Druck von außen ist sehr hoch, besonders von euch Medien.“

BILD: Die Medien gewinnen und verlieren keine Spiele... Mohamad: „Das stimmt. Aber in Köln ist eine besondere Situation. Das kenne ich aus Freiburg nicht. Ich lese auch keine Zeitung.“

BILD: Niemals? Mohamad: „Nein, niemals. Weder Boulevardblätter noch Fachzeitungen.“

BILD: Auch dieses Interview nicht? Mohamad: „Mal schauen...“

BILD: Aber es ist doch Ihr Job, sich mit Fußball auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch die Zeitungslektüre! Mohamad: „Mein Job ist es, Fußball zu spielen. Wenn schlecht über mich geschrieben wird, sagen mir das Freunde.“

BILD: Zuletzt hat die Mannschaft Morddrohungen von Fans erhalten. „Wenn Ihr absteigt, schlagen wir euch tot“, stand auf einer Werbebande. Haben Sie Angst vor den eigenen Fans? Mohamad lächelt: „Dass mich die Fans killen? Nein, das waren keine Fans, das war eine Minderheit. Und ich habe keine Angst.“

BILD: Im Winter haben Sie gesagt: „Im Fußball ist alles möglich, was meine Zukunft betrifft.“ Trotz Vertrages... Mohamad: „Das sage ich immer noch. Alles ist möglich. Man kann nicht sagen, dass man für immer in einem Klub spielt.“

BILD: Bleiben Sie zu 100 Prozent beim FC? Mohamad: „Das habe ich nicht gesagt, aber ich habe einen Vertrag bis 2013 und den respektiere ich. Ich habe niemals gesagt, dass ich gehen werde.“

BILD: Haben Sie noch Angebote? Mohamad: „Ja, wie seit vier Jahren. Da habe ich nur nie darüber gesprochen. Die Leute aus Dubai haben mich oft kontaktiert. Es gibt auch Angebote aus Katar.“

BILD: Würden Sie auch in der 2. Liga in Köln bleiben? Mohamad: „Wir steigen nicht ab! Also, nächste Frage.“

BILD: Sind Sie noch sauer, weil Sie die Kapitänsbinde verloren haben? Mohamad: „Mir ist egal, ob ich Kapitän bin oder nicht. Ich habe auch vorher schon ohne Binde gut Fußball gespielt. Es war nicht das Problem, dass man mir die Binde abgenommen hat.“

BILD: Sondern? Mohamad: „Es ging um die Art und Weise. Das hatte etwas mit Respekt zu tun. Deshalb gab es Probleme mit Frank Schaefer. Es gab sehr viel Stress. Nach einem Gespräch mit ihm war aber alles geklärt – ob man mir das glaubt oder nicht. Ich habe zuletzt nicht geschmollt oder Ärger in der Mannschaft gemacht. Das sind Lügen! Fragen Sie ruhig Herrn Schaefer. Ich habe mit niemandem in diesem Team ein Problem!“

BILD: Jetzt ist Finke da. Ist das gut für Sie? Mohamad: „Ja, das ist viel besser für mich. Er kennt mich aus Freiburg, ich kenne ihn. Er gibt alles für diesen Job.“

BILD: Es heißt, Sie und ein paar Spieler hätten sich bei Finke beschwert, weil Podolski als Kapitän nicht mit zum Wolfsburg-Spiel gefahren ist. Stimmt das? Mohamad: „Nein, nein, das stimmt überhaupt nicht. Das ist, was mich hier so stört. Es wird immer irgendetwas erzählt, was überhaupt nicht stimmt. Das habe ich in Freiburg so nie erlebt. Da konnte man sich nur auf Fußball konzentrieren.“

BILD: Gibt es in dieser Mannschaft zu viele Grüppchen? Mohamad: „Das ist doch Quatsch! Es ist normal, dass man nicht mit jedem eng befreundet ist. Das ist in jeder Mannschaft so und kein Problem des 1. FC Köln.“

BILD: Immer wieder Abstiegskampf. Träumen Sie nicht auch mal von der Europa-Liga oder der Champions League? Mohamad: „Natürlich tue ich das – wie jeder Spieler. Am liebsten mit dem 1. FC Köln. Aber bis dahin ist es ein langer Weg.“


Quelle: BILD

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