Samstag, 15. Juni 2013

"Grausiges Verbrechen an fußballliebender Gesellschaft"

Es sollte der größte Triumph in der Fußball-Historie des Libanon werden - und gerät nicht nur aus Sicht von Trainer Theo Bücker zum Betrug am ganzen Land. Mit grotesken Fehlern verlieren Spieler in der WM-Qualifikation absichtlich, jetzt steht der nächste Neuaufbau an.
Das verkaufte Fußball-Märchen von Libanon stimmt Theo Bücker selbst nach Ende der WM-Qualifikation noch "sehr, sehr traurig". Nach sensationellen Siegen über Südkorea oder die Vereinigten Arabischen Emirate durfte das kriegsgeplagte Land erstmals auf den Sprung zum Weltturnier hoffen - bis sich Spieler des deutschen Fußball-Trainers vergangenes Jahr entschieden, für Geld absichtlich zu verlieren. "Wenn alle Beteiligten korrekt mit mir am selben Strang in die gleiche Richtung gezogen hätten, hätten wir die Chance gehabt, 2014 nach Brasilien zu fahren", klagt der 64 Jahre alte Sauerländer.
Nachdem der frühere Profi von Borussia Dortmund und Schalke 04 vor knapp zwei Jahren zum zweiten Mal das libanesische Team übernommen hatte, erlebte der Mittelmeerstaat aus seiner Sicht nicht nur einen sportlichen Frühling. "Durch unsere Erfolge hat es hier eine politische Wandlung gegeben. Moslems, Schiiten, Kopten und Drusen waren auf einer Linie, wenn es um die Nationalmannschaft ging", sagt Bücker.
Bis zu den verhängnisvollen Duellen mit Katar. In Beirut unterlag der Libanon trotz drückender Überlegenheit mit 0:1 - noch im Stadion konfrontiert seine Frau Solange Mehanna den Coach mit dem Manipulationsverdacht gegen Abwehrspieler Ramez Dayoub. Beim Studium des Videos erkennt Bücker die erschreckende Wahrheit: "Er hat wirklich den Kopf oben und versucht, drei-, vier- fünfmal den verkehrten Mann anzuspielen in unserem Sechzehner." Auch das Rückspiel im Emirat geht auf ähnliche Weise verloren, zudem sind Spiele im Arab Nations Cup und auf Klubebene verschoben, selbst in der Vorqualifikation hatte die Wettmafia beim 0:2 in Bangladesch ihre Finger im Spiel. Nach einer Untersuchung des Nationalverbands werden 20 Spieler, darunter sechs Bücker-Schützlinge, gesperrt.

"Allen Kindern ist Hoffnung gestohlen worden"

"Die Jungs haben kein Geld, die Verführung, dass einer kommt und sagt: Hier sind 50.000 oder 100.000, ist ja riesig. Das kann man nicht verstehen oder dulden, aber sie sind dieser Versuchung hilflos ausgeliefert", sagtt Bücker, der sich angesichts dieser persönlichen Schicksale und der Bedeutung des Fußballs für das Land "im Zwiespalt" befindet. "Allen Kindern ist Hoffnung gestohlen worden, wir haben das ganze Land betrogen. Es ist ein grausiges Verbrechen an der fußballliebenden Gesellschaft."
Zum Abschluss der Gruppenphase der Asienrunde verlor sein zuvor schon abgeschlagenes Team diese Woche mit 0:4 im Iran, gerade einmal zwei Spieler waren im Vergleich zum Beginn der Qualifikation noch im Kader. Die ehemaligen Bundesligaprofis Youssef Mohamad und Roda Antar haben sich inzwischen erschüttert vom Manipulationsskandal aus dem Nationalteam zurückgezogen, der gerade aufblühende Fußball steht vor dem nächsten Neuaufbau.
Der Wahl-Libanese Bücker ("Meine Heimat ist Beirut") wird dabei voraussichtlich keine weitere Unterstützung leisten können. "Mit 99-prozentiger Sicherheit werde ich mich anders orientieren." Für eine strukturierte Nachwuchsarbeit und Trainerausbildung wollte er einen Assistenten und einen Torwartcoach aus Europa installieren. Der Verband lehnte zunächst ab, am kommenden Mittwoch stehen erneut Verhandlungen an. "Ich weiß aber jetzt schon, dass sie nicht willig sind für die beiden Leute zu bezahlen", berichtete Bücker aus Erfahrung. "Ich wäre bereit, alles zu tun, um dem libanesischen Fußball zu helfen - aber sie müssen sich auch helfen lassen wollen." Für ihn selbst soll trotz fast erreichten Rentenalters noch lange nicht Schluss sein. Angebote aus der arabischen Welt gibt es reichlich - "ich höre dann auf, wenn ich mit den Jungens nicht mehr mitlaufen kann."
Quelle:  NTV

Donnerstag, 13. Juni 2013

Oumari nach Frankfurt

Abwehrspieler Joan Oumari wechselt zur kommenden Saison vom FC Rot-Weiß Erfurt zum Zweitligisten FSV Frankfurt. Bei den Hessen unterschrieb der 24-Jährige heute einen Vertrag bis 2015 plus Option für ein weiteres Jahr. „Joan Oumari ist seit drei Jahren unumstrittener Stammspieler und Leistungsträger in der 3. Liga. Von seinen 89 Drittligaspielen hat er 86 von Beginn an absolviert. Er kann die Vakanz in unserer Innenverteidigung füllen und darüber hinaus auch im defensiven Mittelfeld spielen. Wir sind froh, dass er sich für den FSV Frankfurt entschieden hat“, so FSV-Geschäftsführer Sport Uwe Stöver. Auch Oumari freut sich auf ein Engagement beim FSV: „Ich freue mich, dass ich beim FSV Frankfurt die Chance bekomme, mich in der zweiten Liga zu bewähren. Dieser aufstrebende Club bietet mir dafür die ideale Möglichkeit. Den erfolgreichen Weg des FSV in den letzten Jahren möchte ich mit meinen Mannschaftskollegen gerne fortführen.”

Zum Abschluss eine Niederlage

Libanesische Fans umzingelt von der iranischen Staatsgewalt
Die libanesische Nationalmannschaft verabschiedete sich von der WM-Qualifikation mit einer zu erwartenden Niederlage. In Teheran gab es vor 91.300 Zuschauer im Azadi-Stadion für Theo´s Jungs eine 0:4-Niederlage gegen die iranische Nationalmannschaft.

Bücker musste auf viele Verletzungen und Sperren reagieren. So konnte er bereits im ersten Spiel gegen Südkorea nicht auf Soony Saad (fehlende FIFA-Genehmigung), Adnan Haidar (Verletzt) und Bilal Sheikh Najjarin (Privat) nicht setzen. So kam nach dem Spiel die gelb-rot Sperre von Walid Ismail und die Verletzung von Kapitän Youssef Mohamad dazu. Angeführt wurde die Mannschaft von Al Ahed´s Abbas Atwi "Onika".

Bis zur 40. Spielminute hielten Abbas Hassans Vorderleute die 0, ehe man dann Einbrach und die Iraner wenig Probleme hatten die vier Treffer zu erzielen.

Theo Bücker: "Erstens müssen die Leute wissen: Wir sind hier nicht mit unserer ersten Mannschaft! Die meisten fehlen verletzungsbedingt oder sind gesperrt."

Die Gegentreffer fielen in der 40. Minute durch Khalatbari, 45+1. durch Nekounam, 46. durch Ghoochannejad und in der 86. Spielminute ebenfalls durch Javad Nekounam.

Das nächste Länderspiel findet sehr wahrscheinlich ohne Theo Bücker, der bereits sein Rücktritt bekanntgegeben hat, statt. Im Oktober treffen wir dann auf Kuwait im Rahmen der Asienmeisterschaftsqualifikation. Wer dort unser Trainer sein wird und ob er überhaupt ansatzweise so erfolgreich sein wird wie Theo, weiß nur der liebe Gott.

Aufstellung: Abbas Hassan, Hassan Daher, Mootazbellah Jounaidi, Mohamad Zein Tahhan, Hamzeh Salameh (77. Nour Mansour), Onika, Faiz Shamsin, Mohamad Shamas, Hassan Maatouk, Hassan Chaaito (46. Nader Matar), Mahmoud Kojok (67. Mohamad Atwi)

Karten: Onika (gelb/82.), Abbas Hassan (gelb/90+2), Faiz Shamsin (gelb/88.)

Montag, 10. Juni 2013

Schiedsrichter nach Sex-Skandal verurteilt

Ein Schiedsrichtergespann aus dem Libanon ist für seine Verwicklung in einen Sex-Skandal in Singapur verurteilt worden. Die Assistenten Ali Eid und Abdallah Taleb wurden mit Haftstrafen von drei Monaten belegt, können aber aufgrund von bereits abgesessener Untersuchungshaft und guter Führung das Gefängnis wohl bereits am Dienstag verlassen. Wie lange der Hauptangeklagte, Schiedsrichter Ali Sabbagh, hinter Gittern muss, ist noch offen. Das Urteil wurde verschoben.

Eine Anti-Korruptions-Behörde in Singapur hatte den ungewöhnlichen Bestechungsskandal im asiatischen AFC-Cup aufgedeckt. Vor der Partie zwischen East Bengal aus Indien und den Tampines Rovers aus Singapur war das Schiedsrichtergespann mit Sex bestochen worden. Das Trio wurde umgehend ersetzt, das Spiel gewann East Bengal 4:2. Sabbagh hat als FIFA-Schiedsrichter einige Qualifikationsspiele für die WM 2014 in Brasilien geleitet.

Der AFC-Cup ist der zweitwichtigste Wettbewerb im asiatischen Vereinsfußball, vergleichbar mit der Europa League.

Quelle: Yahoo

Libanons Kader verändert sich

Held im letzten Spiel: Abbas Hassan
Im letzten Spiel gegen den Iran, welches im Rahmen der Weltmeisterschaftsqualifikation stattfinden wird, wird sich der Kader der libanesischen Nationalmannschaft um einiges verändern. Theo Bücker muss wegen Verletzungen, Sperren und auch privaten Angelegenheiten den Kader umkrempeln und sogar ein wenig verkleinern.

Die Nationalmannschaft ist bereits in Teheran angekommen und residiert im Esteghlal Hotel. Das Spiel wird um 17.30 deutscher Zeit auf Al Jazeera Sports +2 gesendet. Aus dem Kader für das Spiel gegen den Iran sind Youssef Mohamad (Verletzung), Abbas Atwi, Mohamad Haidar, Walid Ismail (Sperre), Haitham Faour und Ali Hamam.

So sieht dann der 18-Mann-Kader aus:

Tor: Abbas Hassan (Elfsborg Boras/Schweden), Lary Mehanna (Al Ansar), Mehdi Khalil (Safa)

Abwehr: Mootazbellah Jounaidi (Al Ansar), Nour Mansour (Safa), Mohamad Zein Tahhan (Safa), Mohamad Hammoud (Al Ansar), Hassan Daher (Shabab Sahel)

Mittelfeld: Hussein Awada (Al Ahed), Onika (Al Ahed), Nader Matar (zul. Canillas/Spanien), Mohamad Atwi (Al Ansar), Mohamad Shamas (Nejmeh), Hamzeh Salameh (Safa)

Sturm: Hassan Maatouk (Al Shaab/VAE), Hassan Chaaito (Al Ahed), Faiz Shamsin (Al Ijtimaai), Mahmoud Kojok (Al Ansar)

Gefolgt wird der Kader von Theo Bücker (Trainer), Peter Meindertsma (Co-Trainer), Fouad Balhawan (Geschäftsführer), Christian Schweichler (Torwart-Trainer), Jihad Mahjoub (Co-Trainer), Wadi Abdelnour (Medien-Koordinator), Jonny Ibrahim (Arzt), Fares Reide (Physiotherapeut) und Ahmad Fakhreddine (Zeugwart)