Montag, 19. September 2016

Oumari-Brüder beenden Nationalmannschaftskarrieren




Wie wir aus sicheren Quellen erfahren haben, beenden sowohl Joan als auch Hassan Oumari ihre Nationalmannschaftskarrieren.

Man geht davon aus, dass es verschiedene Gründe für den Rücktritt der in Berlin geborenen Oumari-Brüder gibt. Einerseits spreche man von mangelnder Seriosität der Verantwortlichen, wie beispielsweise das nicht-Einhalten von Versprechen oder dass der Verband die Spieler bei Verletzungen finanziell nicht unterstütze.

Unabhängig davon, was man nun vom Rücktritt der beiden Brüder hält, ist die mangelnde Seriosität des Verbandes seit Ewigkeiten ein leidiges Thema und sorgt mit dafür, dass der Fußball im Land auf der Strecke bleibt.

Joan Oumari, hier im Einsatz gegen Kuwait.
Der 28-jährige Joan entwickelte sich schnell zum Stammspieler und wurde im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil der Nationalmannschaft. Logischerweise war er aus der Innenverteidigung kaum noch wegzudenken. Er bestritt 9 Länderspiele im Dress der Nationalmannschaft und dabei gelangen ihm 2 Treffer. Das Erste beim 7-0 WM-Qualifikationssieg über Laos. Sein zweiter Treffer gelang ihm beim 1-0 Überraschungssieg über Mazedonien. Sein zwei Jahre älterer Bruder Hassan zählte zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft.

Hassan Oumari, der sich im Mittelfeld am wohlsten fühlt, ist momentan Vereinslos, nachdem er sich einvernehmlich von Nejmeh getrennt hat. Joan spielt aktuell für Sivasspor in der zweiten türkischen Liga und peilt mit diesen den direkten Wiederaufstieg an. Jedoch steht man nach vier Spieltagen mit vier Punkten auf einem relativ schwachen 12. Platz.

Mittwoch, 20. April 2016

Maatouk zu Al Nasr?

In den emiratischen und saudischen Sportportalen brodelt die Gerüchteküche um unseren Flügelflitzer Hassan Maatouk. Der 28-jährige Libanese steht dem Vernehmen nach kurz vor einem Wechsel zu Al Nasr aus Riad.

Maatouk spielt bereits seit Mitte 2012 in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hat sich im arabischen Golf einen Namen gemacht. In den vier Jahren für Al Shaab, Ajman und Al Fujairah kam er auf 95 Spielen in der Gulf Pro League. Dabei kam er auf 22 Treffer. Ob nach dem Ende der Saison Maatouk weiterhin in den VAE auf Torejagd geht ist sehr unwahrscheinlich, da auch noch sein Vertrag in diesem Sommer auslaufen wird und sein Team kurz vor dem Abstieg steht.

Zu den Gerüchten selbst sagte Maatouk: "Bitte haltet mich aus den Gerüchten raus. Wir haben hier noch drei Spiele mit Al Fujairah zu absolvieren. Die sind lebenswichtig. Wir müssen diese Gewinnen um den Abstieg zu vermeiden. Was danach kommt werden wir dann sehen."

Maatouk wurde zu Beginn seiner Karriere in den Emiraten immer wieder mit europäischen Vereinen in Verbindung gebracht. Bei den Deutsch-Libanesen hielt sich damals das Gerücht um einen Wechsel Maatouk zum BVB sehr hartnäckig. Auch Vereine wie Olympique Marseille sollen damals interessiert gewesen sein.

In Saudi-Arabien hingegen ist man sich sicher, dass Maatouk den Platz des AFC-Ausländer´s bei Al Nasr belegen wird. Sollte er mit Al Fujairah den Klassenerhalt nicht sichern, ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass er ins saudische Königreich wechseln wird.

Sonntag, 10. April 2016

Unsere Chancen auf die Teilnahme zum Asian Cup

Die WM-Qualifikation ist leider für uns nicht so gelaufen wie wir es uns gewünscht hatten und müssen und nun unseren ganzen Fokus auf die Teilnahme zur Asienmeisterschaft richten. Bisher ist es unserer Mannschaft nur ein einziges Mal gelungen an diesem Kontinentalwettbewerb teilzunehmen.

2000 war man Gastgeber und konnte sich somit die Gruppenphase sparen. Diesesmal aber will der Libanon es aus eigener Kraft schaffen sich für den größten asiatischen Wettbewerb zu qualifizieren.

Unser Vorteil

Unser Vorteil besteht aktuell darin, dass wir nicht in die Play-Offs für die Asienmeisterschaftsqualifikation müssen. Da wir den zweiten Platz belegt haben, kommen wir direkt in die dritte Runde dieser Qualifikation rein.

Ein weiterer und vermutlich der größte Vorteil ist, dass wir in den nächsten Runden nicht auf Asiens Top Fussballnationen treffen können. Damit steigt aber auch unsere Chance erheblich 2019 in VAE dabei zu sein.

Die Nationen die sich bereits direkt qualifiziert haben und somit nicht auf unsere Jungs treffen sind: VAE (Gastgeber), Katar, Südkorea, Japan, Australien, Syrien, Iran, Thailand, Saudi-Arabien, Usbekistan, Irak und China

Kenner der asiatischen Fussballszene wissen, dass diese aufgeführten Nationen in der Regel den Fussball in Asien mitbestimmen. Thailand und Syrien jetzt vielleicht mal ausgenommen.

Unser Nachteil

Der größte Nachteil besteht wohl darin, dass wir unsere Legende Roda Antar verloren haben. Auch wenn er mittlerweile ein sehr hohes Fussballalter erreicht hat, war er immerhin im zentralen Mittelfeld für die Stabiliserung der Defensive zuständig. Die Hoffnung, dass der Verband in den nächsten Monaten Spieler wie Amin Younes und andere dauerhaft an sich bindet ist nicht sehr hoch, aber der Verband muss sein möglichstes tun, um der Nationalmannschaft einen neuen Level geben zu können.

Auf diese Gegner könnten wir mit Pech treffen und dann doch noch rausfliegen, sollten wir uns wirklich dumm anstellen: Bahrain, Jordanien, Kuwait, Nordkorea, Oman und sogar Palästina, die seit dieser Qualifikation Palästinenser aus Südamerika nominieren.

Gedankenspiele

In der dritten Runde werden insgesamt 24 Nationen sein, die in 6 Gruppen aufgeteilt werden. Von jeder Gruppe qualifizieren sich zwei Nationen für die Asienmeisterschaft. Wir wissen nicht nach welche Kriterien die AFC die Gruppen aufteilt, aber eine vermeintlich einfache wäre es mit Ländern wie Jemen, Timor Leste und Bhutan in einer Gruppe zu sein. Allein wenn man sich die Namen nur mal anhört, rechnet man fest mit einen der ersten beiden Plätze. Das wichtigste ist, dass sich unsere Jungs für Asien qualifizieren. Wie, ist egal.

Freitag, 1. April 2016

Kdouh zieht weiter

Mohamad Kdouh, der vor einigen Jahren noch als großes Talent galt - gemessen an libanesischen Verhältnissen - kommt weiter in der Welt rum. Nach zwei Jahren bei FK Suduva (Litauen) und weiteren Stationen bei FC Ilves (Finnland) und KF Vlaznia Shkoder (Albanien), ist er nun bei Persela Lamongan in Indonesiens erster Liga gelandet.

Wie schon erwähnt galt Kdouh während seiner Zeit als Jugendspieler für Nejmeh als großes Talent. In einem internationalen Turnier, an dem unter anderen der FC Bayern München und Chelsea London teilnahmen, glänzte Kdouh mit guten Leistungen. Seine bisher einzigen beiden Länderspiele absolvierte er übrigens während der Westasienmeisterschaft 2013 in Katar.

Nach knapp 3 Jahren in Europa zieht es Kdouh also wieder nach Asien. In der indonesischen Liga sind bisher 2 Spiele gespielt. Kdouhs neues Team konnte ein Spiel für sich entscheiden, wohingegen das zweite Spiel verloren wurde.

Seine eindeutig beste Zeit hatte er bei Suduva in Litauen. Wir hoffen, dass er daran wieder anknüpfen kann und dass er endlich sein Glück findet.

Leistungsdaten:

2011-2013 Al Nejmeh SC (Libanon) - 7 Einsätze - 1 Tor
2013-2015 FK Suduva (Litauen) - 37 Einsätze - 11 Tore
2015-2015 FC Ilves (Finnland) - 7 Einsätze - 1 Tor
2015-2016 KF Vlaznia Shkoder (Albanien) - 4 Einsätze - kein Tor

Nationalmannschaft - 2 Einsätze - kein Tor

Dienstag, 29. März 2016

Libanon enttäuscht auf ganzer Linie

Roda Antar, der heute sein letztes Länderspiel bestritt.

Im achten und letzten Gruppenspiel für die Qualifikation zur WM 2018 in Russland und der Asienmeisterschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten kam unsere Nationalmannschaft in Saida nicht über ein enttäuschendes 1-1 gegen Myanmar hinaus.

Radulovic schickte unsere Mannschaft in einem offensiven 4-5-1 aufs Feld. Als Spitze agierte Thailand-Legionär Soony Saad, der von Hassan Maatouk und Mohamad Haidar flankiert wurde. Zudem rückte Roda Antar wieder in die Startaufstellung, der die Mannschaft unter anderem als Kapitän anführte und am heutige Tag sein letztes Spiel im Trikot unseres Landes bestritt. Bis auf diese Veränderung, schickte Radulovic die selbe Mannschaft aufs Feld, die auch schon gegen Südkorea agierte.

Das Spiel begann schleppend. Unsere Jungs fanden in der Anfangsphase der Partie kein Mittel gegen die tiefstehenden Burmesen, die lediglich mit Kontern versuchten Nadelstiche zu setzen. Zu großen Teilen des Spiels waren wirklich 11 Burmesen hinter der Mittellinie und verteidigten mit Mann und Maus. Unsere Mannschaft hatte zwar erwartungsgemäß viel Ballbesitz, den man jedoch nicht in Chancen umwanden konnte. Wir haben es schlichtweg nicht geschafft Chancen zu kreieren. Im letzten Drittel der Hälfte fehlte unseren Spielern die entscheidende Aktion und stieß man immer wieder auf einen tiefstehenden Block von Myanmar-Verteidigern. Insgesamt eine ausgesprochen schwache erste Halbzeit. Zudem wirkte es, als dass unsere Mannschaft die Burmesen unterschätzt habe. Man hat sich das Spiel sicherlich leichter vorgestellt. Die erste Halbzeit lässt sich jedenfalls wie folgt zusammenfassen: Myanmar wollte nicht. Wir konnten nicht.

Die zweite Halbzeit begann und wir setzten uns noch tiefer in der Hälfte Myanmars fest, jedoch wieder ohne die eine zündende Idee, die den Myanmar-Block brechen könnte. Nun erspielten wir uns immerhin Chancen, die aber auch hier zu schlampig zu Ende gespielt wurden. Die Jungs im Zederntrikot vergaben Chance um Chance und waren einfach nicht konsequent genug in ihren Abschlüssen.

In der 57' Minute wurde zudem Roda Antar ausgewechselt, der, wie schon erwähnt, sein letztes Spiel für die Nationalmannschaft bestritt. Für ihn erhob sich das ganze Stadion und auch der Kommentator stimmte Lobeshymnen auf den wohl größten libanesischen Spieler aller Zeiten an, der mit 20 Länderspieltoren zudem der erfolgreichste Torschütze unseres Landes ist. An dieser Stelle wünschen auch wir alles, alles gute für den weiteren Weg!

Wieder zum Spiel - unser Spiel war, wie gewohnt, sehr auf die Flügel ausgelegt und so war es auch kein Wunder, dass immer wieder Hassan Maatouk gesucht wurde. Zu Maatouk kann man ohne schlechtes Gewissen sagen, dass er der einzige Spieler war, der konstant Gefahr ausstrahlte und von kaum einem Burmesen gestoppt werden konnte. Ihm fehlte lediglich das Glück. Sein Partner auf der anderen Seite, Mohamad Haidar, glänzte eher mit körperlosen und inkonsequenten Aktionen, auch wenn er teilweise gute Offensivaktionen hatte.

In der 73' Minute geschah das, womit keiner gerechnet hat. Die erste richtige Offensivaktion Myanmars führt gleich zum 0-1. Hier muss man den Burmesen aber auch Respekt zollen, die das Tor über eine starke Ballstafette eingeleitet hatten. Zum ersten Mal hat unsere Abwehrreihe geschlafen und direkt wurde das bestraft. Das ist Fußball und auch gegen Länder wie Myanmar darf man nicht schlafen. Die bis hierhin enttäuschende Leistung wurde also mit einem Gegentreffer gekrönt. Die Enttäuschung in Saida war förmlich spürbar. Wir lagen knapp 15 Minuten vor Ende der Partie gegen Myanmar zurück und das vor heimischer Kulisse. Unfassbar!

Kurz nach dem Gegentreffer wechselte Radulovic. Für den bis dahin sehr schwachen Adnan Haidar brachte er Wolfsburgs Hilal El Helwe und unsere Mannschaft warf inzwischen fast alles nach vorne, doch auch hier wieder ohne Glück und ohne Treffer. In der 86' Minute flog dazu noch ein Spieler Myanmars mit gelb-rot vom Platz. Wenn nicht jetzt, wann dann? Dann geschah es - in der 88' Minute setzte sich Hassan Maatouk auf der rechten Seite durch und brachte den Ball hoch in den 16er, wo Hilal El Helwe goldrichtig stand und sein erstes Tor für unsere Nationalmannschaft erzielte. Endlich! Besser spät als nie, aber ging da noch etwas? Doch bevor dies geschehen konnte, flog Joan Oumari mit glatt rot vom Feld. Er soll einen Spieler Myanmars mit der Hand im Gesicht getroffen haben und als dieser sich dann "schmerzverzerrt" auf dem Platz rollte und den Ball unter sich versteckte, kam Oumari und tritt gegen den Ball, um diesen aus der Umklammerung des Gegners zu lösen. Meine persönliche Meinung dazu? Der angebliche "Faustschlag" war ein Witz. Lächerliche Aktion des Burmesen, der versucht hat Zeit zu schinden, Andererseits auch nicht unbedingt clever von Oumari, der in dieser Situation etwas mehr Ruhe und Geduld hätte zeigen müssen.

In der 93' Minute erhielten wir schließlich noch einen Freistoß in aussichtsreicher Position, den Maatouk an die Latte hämmerte. Mensch, das wärs gewesen! Im Anschluss und auch schon vorher ließen sich die Burmesen nur noch fallen, um Zeit zu schinden, was wohl jede Mannschaft in der Situation getan hätte. Der Schiri pfiff nach 10 Minuten Nachspielzeit ab. 1-1 gegen Myanmar, wer hätte das vor dem Spiel gedacht? Der Ausgleichstreffer El Helwes wendete die ganz, ganz große Blamage ab, aber nichtsdestotrotz ist dieses Ergebnis eine unglaubliche Enttäuschung und von Blamage kann man immer noch durchaus sprechen.

Damit sind wir wohl raus aus dem Rennen für die WM. Wir werden uns wohl "nur" mit der Asienmeisterschaft begnügen müssen, wobei man auch nicht vergessen darf, dass auch dies für uns schon ein Erfolg ist. Schade und traurig ist es aber deshalb, da wir es im Grunde in der eigenen Hand hatten, uns es aber selber versaut haben. Das dumme Gegentor in der letzten Minute gegen Südkorea und diese katastrophale Vorstellung heute, haben uns aus dem Rennen für die WM geworfen.

Aufstellung:

Mehdi Khalil - Yousef Mohamad (98' gelbe Karte), Joan Oumari (92' rote Karte), Mohamad Zein Tahhan (19' gelbe Karte), Walid Ismail - Abbas Atwi, Roda Antar (C), Adnan Haidar, Hassan Maatouk, Mohamad Haidar (38' gelbe Karte) - Soony Saad

Wechsel:

57' Antar raus - Chaaito rein
77' Haidar raus - El Helwe (88' Tor) rein
81' Atwi raus - Al Kurdi rein