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Antar: "Libanon ist für eine Überraschung gut"


Seit seinem Debüt für die libanesische Nationalmannschaft als 19-Jähriger beim AFC Asien-Pokal 2000, ist Roda Antar zu einem Leistungsträger im Team geworden und war bei den letzten drei WM-Qualifikationsturnieren dabei. Obwohl es Libanon bisher noch nicht gelungen ist, sich für das Weltereignis zu qualifizieren, zeigt sich der routinierte Mannschaftskapitän optimistisch und glaubt, dass sein Land in der Asien-Qualifikation für Brasilien 2014 ein neues Kapitel aufschlagen kann.

"Wenn Sie sich das Kaliber unserer Gegner einmal anschauen, sind wir in unserer Gruppe natürlich wahre Außenseiter", erklärte der Spielmacher von Shandong Luneng kürzlich gegenüber FIFA.com. Schließlich sind in der Gruppe auch die Republik Korea, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait vertreten. "Die Republik Korea gehört zu den Spitzenmannschaften Asiens, und sowohl Kuwait als auch die VAE stehen in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste weit über uns. Aber wir sind noch nicht ausgeschieden, und unsere Mannschaft ist durchaus für eine Überraschung gut."

Die Libanesen ließen ganz Asien aufhorchen, als sie in der jüngsten Begegnung unter dem neuen, aus Deutschland stammenden Trainer Theo Bucker die VAE zu Hause mit 3:1 besiegten und damit den ersten Sieg gegen die Westasiaten erzielten. Noch im Juli hatte man sich gegen die Auswahl in einem Freundschaftsspiel mit 2:6 geschlagen geben müssen. Das Ergebnis erscheint noch bedeutender, wenn man berücksichtigt, dass Libanon im Auftaktspiel der Gruppe vier Tage vor dem großen Triumph gegen die VAE noch 0:6 gegen die Republik Korea verloren hatte.

Antar, der in seiner Rolle als Mannschaftskapitän über den gesamten Spielverlauf hinweg zu überzeugen wusste, erzielte sieben Minuten vor Schluss den Siegtreffer. Er schrieb den Erfolg dem wieder erstarkten Teamgeist zu. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht und all meine Mannschaftskameraden haben bei der Aufholjagd gegen die VAE gute Arbeit geleistet. Unser Gegner mag vielleicht die stärkere Mannschaft sein, aber wir sind geschlossener aufgetreten", erklärt der ehemalige Mittelfeldspieler des Hamburger SV und des 1. FC Köln.

Bucker als Motivator
Antar sprach insbesondere Bucker ein großes Lob aus, dem nach seinen Worten "neuen, alten Trainer", der im August nach Emile Rustoms Abgang erneut das Ruder der libanesischen Nationalmannschaft übernommen hatte. Er war bereits im Vorfeld der WM Korea/Japan 2002 für die Libanesen verantwortlich gewesen. Damals war Antar seinem Ruf als aufgehender Stern am libanesischen Fussballhimmel mit einer Reihe brillanter Auftritte voll und ganz gerecht geworden. Unter anderem hatte er beim deutlichen 4:0-Sieg gegen Sri Lanka einen Doppelpack erzielt.

"Wir hatten vorher schon einige schöne gemeinsame Erlebnisse", sagt er über den 63-jährigen deutschen Trainer, der mit einer Libanesin verheiratet ist. "Ich bin sehr froh, dass er jetzt wieder die Geschicke des Teams lenkt. Er kennt sich im libanesischen Fussball sehr gut aus und ist mit unserer Mentalität und Kultur bestens vertraut. Deshalb weiß er ziemlich genau, wie er das Beste aus den Spielern herausholen kann."

Antar erklärt weiter, dass Bucker ihm vor zehn Jahren geholfen hat, die Tür nach Deutschland aufzustoßen, wo er acht Jahre lang in der Bundesliga aktiv war, bevor er 2009 zu Shandong wechselte. Laut eigenen Angaben spielt er selbst eine wichtige Rolle als Kommunikationsmittler zwischen Trainer und Mannschaft. Antar: "Das gehört zu meinen Pflichten als Mannschaftskapitän, nachdem ich jetzt bereits seit elf Jahren für mein Land spiele. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft mit meiner Erfahrung weiterhelfen kann. Wir sind ein recht junges Team voller aufstrebender Spieler, aber inzwischen ist der Zusammenhalt groß."

Angesichts der guten Stimmung und des Teamgeists im libanesischen Lager ist Antar zuversichtlich, mit seiner Mannschaft in der nächsten Partie gegen Kuwait am nächsten Dienstag für eine weitere Überraschung sorgen zu können. "Die Kuwaitis gehören zu den Favoriten der Gruppe und haben im letzten Spiel ein 1:1-Unentschieden gegen die Republik Korea erreicht. Aber nach unserem guten Auftritt gegen die VAE sind wir hoch motiviert und wissen, wozu wir in der Lage sind. Ich hoffe, wir können unsere gute Form gegen sie beibehalten", so Antar.

In der Begegnung mit Kuwait werden die beiden großen Stars des Landes in diesem Wettbewerb vermutlich zum ersten Mal gemeinsam auf dem Feld stehen: Die Rede ist von Antar und Yousef Mohamad, seinem ehemaligen Mannschaftskameraden vom SC Freiburg und dem 1. FC Köln. Antar verpasste die Auftaktpartie gegen die Republik Korea aufgrund eines Visa-Problems, und Mohamad musste gegen die VAE verletzungsbedingt passen. Jetzt können beide spielen, und Antar möchte die altbewährte Partnerschaft wieder aufleben lassen.

"Yousef [Mohamad] ist ein sehr guter Spieler, der in der Abwehr eine Schlüsselrolle spielen kann, während ich das Mittelfeld unterstütze. Nachdem wir schon so lange zusammengespielt haben, werden wir alles tun, um unsere geballte Erfahrung gegen Kuwait in die Waagschale zu werfen", meint Antar abschließend.


Quelle: FIFA.COM

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