Montag, 26. Januar 2015

Wasserpfeife, Feiern und "Mostik"

Er ist eines der wichtigsten Personen im libanesischen Sport. Ihn jubeln die Fans zu bei jedem Zweikampf, bei jedem Tor, bei jeder Heldentat. Er wird von seinen Leuten zum Hero gemacht, was aber in der Wirklichkeit nicht ist. Gemeint ist der libanesische Fussballer. Ein libanesischer Verbandsverantwortlicher veröffentlicht einer heimischen Zeitung von seinem sehen in der libanesische Nationalmannschaft.

Kurz bevor die Nationalmannschaft 2012 nach Saudi-Arabien flog, um an der Arabienmeisterschaft teilzunehmen, hielt man noch einige Trainingseinheiten in Beirut ab. Trainer zu dem Zeitpunkt war Theo Bücker. Dieser trichtete den Nationalspielern beinahe jeden Tag gebetsmühlenartig, dass man bitte pünktlich zum Training erscheinen sollte. Einige Spieler haben es sofort verstanden, einige brauchten Zeit und einige wollten wohl gar nicht mitziehen. Jedenfalls, ist an einem dieser Tage Trainer Bücker der Kragen geplatzt: Einen zu spät erscheinenden Spieler hat Bücker gar nicht mehr am Trainingsbetrieb teilnehmen lassen. Der Spieler konnte die Welt nicht verstehen und rebellierte öffentlich gegen Bücker. Bücker ließ ihn daraufhin auch nicht mehr zur Arabienmeisterschaft fahren.

Bücker dann zu den Verantwortlichen: "Wer sich nicht an unsere einfachen Regeln hält, der fliegt ganz schnell." Und zu spät kommen gehörte wohl dazu.

Eine zweite dieser eher unrühmlichen Aktion passierte nach der 0:1-Niederlage in Doha gegen Katar in der WM-Qualifikation. Im Flughafen Doha auf dem Weg nach Beirut, wollten sich zwei Spieler einfach nicht mehr finden lassen. Das Team und die Flugzeugcrew gab den Spielern die Chance noch den Flieger zu erreichen. Doch diesen schafften sie gar nicht mehr. Beide Kicker wollten in eines der landestypischen katarischen Wasserpfeifen Cafés, was sie dann auch wirklich durchsetzten. Sie flogen dann später nach.

Der Verantwortliche sieht das Hauptproblem aller libanesischen Kicker in: Wasserpfeife, dem abendlichen Feiern und den Rollern, gennant "Mostik".

Viele Trainer, darunter auch Theo Bücker, beklagten dass die Spieler nach dem Training sofort eine Shishabar aufsuchten um "den Kopf wieder vollzutanken". Auch das Ess- und Schlafverhalten soll ein sehr, sehr großes Problem gewesen sein. So haben die Spieler morgens sich mit Foul und Manakisch vollgeschlagen und sind erst gegen 3 Uhr nachts schlafen um dann um 9 Uhr morgens wieder ihrer Arbeit nachzugehen.

Der Verantwortliche: "Die Spieler haben sich in den Trainingseinheiten wenn unsere Profis da waren nicht was abgeschaut. Wenn Spieler wie Roda Antar, Youssef Mohamad, Abbas Hassan usw. da waren, hat man merkliche Unterschiede erkennen können, wie unterschiedlich die Spieler das Training oder das Verhalten wahrnehmen."

Die Profis sind nach dem Training meist direkt nach Hause gegangen oder sind zum Physiologen gegangen, während die einheimischen direkt mit den Rollern die Cafes aufsuchten.

Auch ist beim Training der Jugendnationalmannschaft ein Spieler umgekippt. Nach dem Aufstehen hatte man ihn gefragt was er morgens gegessen habe. So antwortete er: "Bis auf ein Eis vom Kiosk gar nichts."

Was Organisation angeht soll es auch nicht besonders ordentlich gelaufen sein, so der Verantwortliche: "Der Trainer wollte dass alle Spieler zusammen irgendwo treffen und dann gemeinsam zum Länderspiel fahren, da dem Verband Geld für einen Bus fehlte. Gekommen ist es ganz anders. Jeder ist alleine mit seinen Rollern gekommen. Die Spieler der Gast-Nationalmannschaft haben sich vor der Partie über die Aktion wie die Spieler zum Spiel erschienen sind ziemlich lustig gemacht."

Die Spieler seien nur Profis im Aufbau der Wasserpfeife sonst nichts, so der Verantwortliche. Es gibt ganz wenige Spieler die beinahe jeden Tag 60 bis 90 Minuten für sich trainieren um aus sich selbst noch was zu machen.

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