Dienstag, 26. März 2013

Niederlage in Usbekistan !

 http://www.the-afc.com/uploads/afc/comps/fifa_comps/worldcup_2014/qualifiers/fin/08-06/3x2_LEB_UZB_gfx.jpg
 Heute stand das fünfte WM-Qualifikationsspiel in der Gruppe A an. Der Gegner - Usbekistan, in Usbekistan. Im Hinspiel konnte man in Beirut ein 1-1 rausholen. Doch heute wurde das nicht ganz einfach. Das Stadion war rappelvoll und die Stimmung war gut. Keine einfache Voraussetzung. Jedoch hatte man mit dem 5-2 gegen Thailand ordentlich Selbstbewusstsein gesammelt. Welches wiederrum auch etwas getrübt wurde, als Roda Antar einen Tag vor der Partie seinen Nationalmannschaftsende bekannt gab. Doch besteht unsere Nationalmannschaft nicht nur aus Antar und nun liegt es an Bücker und der Mannschaft dies zu kompensieren. Schritt 1 - gegen Usbekistan.

Die Anfangsphase der Partie war nicht sonderlich aufregend. Viele Ballverluste und planloses hin und her geschiebe prägten das Bild. Die Libanesen wollten nicht, die Usbeken konnten nicht, so ließ es sich leicht zusammenfassen.

Nach gespielten 25 Minuten waren die Usbeken die spielbestimmende Mannschaft. Unsere Jungs waren zuerst etwas nervös, haben sich aber langsam gefangen und hatten in dieser Phase auch ihre erste gute Chance durch Hassan Chaaito. Chaaito kriegt den Ball vom Flügel zurück in die Mitte und schlenzt den Ball nur knapp am Tor vorbei. Schade, aber so konnte es ruhig weitergehen. Unsere erster Nadelstich. Dennoch bestimmten die Usbeken ganz klar das Spiel. Die Libanesen lauerten auf Fehler und versuchten schnell zu kontern.

Die erste Halbzeit war zu Ende und man sah eine Partie mit viel Ballbesitz auf der Seite der Usbeken, aber nichts großartiges. Alles in allem stand unsere Defensive gut und ließ sich nicht so leicht aushebeln, wie noch gegen Thailand. Die Usbeken waren, wie gesagt, die spielbestimmende Mannschaft, aber wirklich zwingend war das auch nicht. Das 0-0 ging in Ordnung. Vernünftige Aktionen in der Offensive waren Mangelware. Wie oben erwähnt hatten wir durch Chaaito in der 11' Minute unsere einzige Chance. Eins unsere Probleme war die Nervösität und dazu noch, dass man den Ball zu schnell wieder hergab. Der Ball wurde schlichtweg zu schnell wieder abgegeben. Man schaffte es nicht den Ball über 3-4 Stationen zu halten. Die Usbeken bauten spätestens ab dem Mittelpunkt Druck auf und das sorgte beim ein oder anderen Spieler für wacklige Beine.

Weiter gings und das Spiel plätscherte erst vor sich. In der 50' Minute drehten die Usbeken aber richtig auf. Innerhalb von zwei Minuten erarbeiteten sich die Usbeken drei Großchancen. Zwei flogen am Tor vorbei und einer knallte, Gott sei dank, nur an den Pfosten. Die Usbeken schnappten sich jeden Ball, kratzten um jeden Meter und machten unsere Elf das Leben verdammt schwer. Wir kamen nicht ins Spiel. Unsere Jungs müssen endlich aufwachen und mal ein Zeichen setzen. In der 61' Minute kam dieses Zeichen in Form eines Distanzschusses aus ca. 30 Meter. Weit am Tor vorbei. Das sah gar nicht gut aus. Unsere Mannschaft wurde weit in die eigene Hälfte zurück gedrängt.

In der 63' Minute kam das, was kommen musste. Die Usbeken erzielen das 1-0. Ein abgefältschter Schuss von Server Djerparov (Kapitän und Asiens Spieler des Jahres 2008/2011) landet im Netz. Da konnte Abbas Hassan nur noch hinterher schauen. Djerparov wird aber auch nicht richtig angegriffen. Da sah Hassan ziemlich alt aus, aber was soll er auch machen, wenn der Ball plötzlich seine Richtung änder ?! Jedenfalls eine total verdiente Führung. Die Usbeken hattem die letzten 15 Minuten sprichwörtlich überrannt. Nach dem Gegentor gewann unsere Elf plötzlich wieder einige Zweikämpfe und kam langsam aber sicher wieder ins Spiel. In der 70' Minute kam man sogar wieder zu einer guten Chance durch Abbas Atwi. Als bräuchte man erst so einen Tritt in den Allerwertesten um aufzustehen.

In den letzten 20' Minuten ist unsere Mannschaft wieder besser im Spiel drinne. Man kämpfte sich bis zum 16er der Usbeken vor, dort war meistens aber auch Schluss. Die Usbeken spielten das sehr clever, hielten den Ball immer vom eigenen Tor fern und nahmen die dummen Fouls unserer Mannschaft gerne entgegen. In der 86' Minute hätte Odil Akhmedov (Anzhi Makhatschkala) gut und gerne aufs 2-0 erhöhen können, doch verfehlte das Tor knapp. Unsere Mannschaft war zwar besser im Spiel, doch nun hatten die Gastgebener das Spiel fest in der Hand. Bis zum Schluss verwalteten die Gastgeber das Ergebnis sehr clever und behielten damit die Punkte in Usbekistan.

Verdiente Niederlage. Klar, leider verloren, aber das auch verdient. Man hatte selber nur zwei gute Chancen und konnte die Usbeken auch nie wirklich unter Druck setzen. Der Gastgeber hatte das Spiel, insbesondere in der zweiten Hälfte, fest im Griff und hätte gut und gerne auf 3-0 erhöhen können. Damit sind wohl auch die letzen WM-Träume ausgeträumt, auch wenn wir schon von vornerein kaum, bis gar keine Chancen hatten. Irgendwie ironisch das dann ein abgefältschter Schuss im Netz landet, der eigentlich gar nicht so geplant war. Aber was solls, wir haben noch einen langen Weg vor uns und so weit gekommen zu sein ist schon ein Erfolg. Damit haben wir uns erstmal einen (kleinen) Namen gemacht. Über uns wird nicht mehr geschmunzelt. Auf eine weitere erfolgreiche Zukunft, inscha´Allah !

Wechsel:

70' Minute - Hassan Maatouk rein - Haytham Faour raus

81' Minute - Abbas Ali "Onika" Atwi rein - Mohamad Haidar raus

83' Minute - Alex Khazzaka rein - Abbas Ali Atwi raus

Unsere Aufstellung:

-------------------- Hassan --------------------
Hamam --- Jounaidi --- Mohamad (C) --- Ismail
---------- Faour ---------- Chamass ----------
A. Haidar ---------- Atwi ---------- M. Haidar
-------------------- Chaaito --------------------


Montag, 25. März 2013

Antar beendet Karriere

Roda Antar hat überraschenderweise seine Länderspielkarriere beendet. Der Mittelfeldmacher des Libanon bestritt erst vor ein paar Tagen noch das zweite Asienmeisterschaftsqualifikationsspiel gegen Thailand, welches mit 5:2 gewonnen wurde.

Nach dem Spiel in Beirut gab Antar bekannt direkt nach China zu fahren um sich auf Shandong Luneng zu konzentrieren. Doch heute soll er angeblich auf seinen Twitter- und Facebookaccount seine Länderspielkarriere beendet haben.

Antar bestritt weit mehr als 50 Länderspiele für den Libanon. Mit seinen 18 Toren ist er der zweitbeste Torschütze der libanesischen Nationalmannschaft. Nur Wartan Ghazarian ist mit einem Tor mehr der bessere.

Antars größter Erfolg im Dress vom Libanon war die Teilnahme an der Asienmeisterschaft 2000 im eigenen Land. Der heute 32-jährige war der erste Libanese der aus der heimischen Liga in die Bundesliga zum Hamburger SV wechselte. Es sollten zwei weitere Wechsel innerhalb der Bundesrepublik zu SC Freiburg und 1.FC Köln ehe er in 2009 in die chinesische Liga zu Shandong Luneng wechselte.

Seine größten Erfolge waren der Gewinn des Ligapokals mit dem HSV (2003) und die chinesische Meisterschaft (2010).

Mit Roda Antar verliert die Nationalmannschaft die größte Persönlichkeit überhaupt. Jetzt liegt es an Theo Bücker diesen Ausfall zu kompensieren.

Freitag, 22. März 2013

Libanon behält drei wichtige Punkte in Beirut!


Die libanesische Nationalmannschaft ist in Asien zurück! Im zweiten Spiel der Asienmeisterschaftssqualifikation gab es vor ca. 5000 libanesischen Zuschauern im Camille Chamoun Stadion in Beirut einen 5:2 Sieg gegenüber den Gast Thailand. Dabei brillierte die Mannschaft von Theo Bücker vor allem in der ersten Halbzeit einen feinen Fussball.

Unser Nationaltrainer startete die Partie, sehr überraschend, ohne Adnan Haidar im Mittelfeld. Doch die Nejmehspieler Abbas Atwi und Mohamad Chamas spielten neben der libanesischen Fussballlegende Roda Antar eine gute Partie.

Das erste Tor schoss Hassan "Mony" Chaaito nach nur sechs Minuten. Nach einem gut ausgespielten Konter durch unsere Mannschaft legte Nejmeh´s Abbas Atwi einen Ball perfekt in den Strafraum. Chaaito musste nur noch draufhauen und schon war das Glück perfekt. Direkt danach machte die Mannschaft mit ihrem Pressingspiel weiter. Dadurch gelangen Antar und Maatouk jeweils eine nennenswerte Chance. Wie es das Schicksal so wollte, traf die libanesische Nationalmannschaft nach einem Angriff über Maatouks Seite, der dann den Ball zu Chaaito brachte. Dieser konnte sich mit einer Finte von seinem thailändischen Gegenspieler lösen und dann erzielte er den Ball halbhoch in die linke Ecke des gegnerischen Tores. Und nur neun Minuten später musste die schwache thailändische Abwehr wieder den Ball aus ihrem Kasten holen. Mohamad Haidar setzte sich auf der linken Seite durch und knallte mit allem was er hatte aufs Gehäuse, was ihm dann das Tor einbrachte.

Unsere Jungs hatten sogar die Chance noch in der ersten Halbzeit auf 4:0 zu erhöhen. Nach einem Foul im gegnerischen Strafraum an einen unserer Spieler setzte Hassan Maatouk zum Elfmeterpunkt an. Leider hat dieser aber den Ball so schwach in die linke Ecke geschossen, so dass der gegnerische Keeper kaum Probleme hatte die Kugel zu parrieren.

So gingen wir dann immerhin mit einem 3:0 in die Halbzeit. Objektiv betrachtet war dies die beste Leistung der libanesischen Nationalmannschaft im Jahr 2013.

Die zweite Halbzeit gestaltete sich ein wenig schwieriger. Obwohl wir mit 3:0 führten und alles in der Hand hatten, war unsere Mannschaft nicht mehr so stabil und spielsicher wie in der ersten Halbzeit. So kam es dann dazu dass man ein eher kurioses Gegentor kassierte. Danach eierte die Partie vor sich hin. Libanon wollte wohl nicht mehr und Thailand versuchte zwar ein paar Akzente zu setzen, die aber nicht wirklich gefährlich waren. In der 73. Minute machte dann einer seinen Fehler gut. Hassan Maatouk bekam einen Ball vom Chaaito, der heute einen Sahnetag erwischte, einen perfekt zugespielten Ball. Diesen nahm Maatouk gekonnt mit und umkurvte noch den Torhüter eher er denn Ball ins Tor versenkte.

In der 85. Spielminute mussten sich Mootazbellah Jounaidi und Walid Ismail geschlagen geben. Die Verteidiger wurden getunnelt und dann noch überrant, ehe der Gastspieler den Ball an Abbas Hassan vorbei in die Maschen setzte. Kurz vor Ende der 90 Minuten nutzte noch Abbas "Onika" Atwi einen Abwehrfehler super aus. Er stand nur noch alleine vor dem gegnerischen Keeper und versenkte den Ball in die linke obere Ecke.

Alles in einem war es ein gelungener Tag für Theo Bücker und seine Mannschaft. Die Offensive zeigte sich von ihrer besten Seite. Die Mannschaft spielte 45 Minuten schönen ansprechenden Fussball. Was möglicherweise noch fehlt, ist eine etwas sicherere Defensive die nicht so einfach ihre Gegentreffer hinnehmen muss.

In vier Tagen geht es dann weiter. Dort treffen wir auswärts auf Usbekistan im Rahmen der Weltmeisterschaftsqualifikation.

Dienstag, 19. März 2013

"Eine Nationalmannschaft zu trainieren ist immer reizvoll."


Seit dem April des vergangenen Jahres ist der Deutsche Christian Schweichler, Torwartrainer der libanesischen Nationalmannschaft. torwart.de sprach mit dem gebürtigen Mülheimer über WM-Träume, Torwartausbildung im nahen Osten und das Leben im Libanon.

torwart.de: Was verschlägt jemanden in den Libanon und warum ausgerechnet die Nationalmannschaft?

Christian Schweichler: Die libanesische Nationalmannschaft hat im letzten Jahr unter der Leitung von Trainer Theo Bücker ihren größten Erfolg gefeiert und steht in der finalen, asiatischen Qualifikationsrunde zur WM 2014. Der Verband möchte diesen Erfolg nachhaltig nutzen und sich auf allen Ebenen weiter professionalisieren. Dazu zählt insbesondere der Torwartbereich. So wurde ein Torwarttrainer mit Auslandserfahrung gesucht, der nicht nur die Torhüter der Nationalmannschaft trainiert, sondern auch über Erfahrungen im Aufbau einer Torwartakademie verfügt und Lehrtätigkeiten vorzuweisen hat. Bei dieser Suche empfahl mich Michael Krüger, mit dem ich in Afrika tätig war. Michael Krüger und Theo Bücker kennen sich als international tätige Trainer seit Jahren und tauschen sich regelmäßig aus.

torwart.de: Warum bist nicht in Deutschland geblieben?

Schweichler: Ich habe mit 30 Jahren meinen ersten Trainerjob im professionellen Fußball angenommen. Dies ist ein sehr junges Alter für einen Trainer, insbesondere für einen Torwarttrainer. Da ich jedoch bereits seit zehn Jahren als Torwarttrainer tätig war, habe ich mich bewusst für diesen Schritt entschieden. Dass mich dieser Schritt ins Ausland und nicht zu einem Club in Deutschland geführt hat, war sicherlich nicht planbar.
Selbstverständlich könnte ich mir auch eine Tätigkeit im deutschen Profifußball vorstellen. Erste Anfragen diesbezüglich hat es bereits gegeben. Wenn man jedoch im Ausland um Meisterschaften und Titel spielt, sich international beweisen kann und dabei die Welt kennenlernt, müsste ein Engagement in Deutschland schon reizvoll sein, um zurückzukehren.

torwart.de: Was reizt dich an der neuen Aufgabe?

Schweichler: Eine Nationalmannschaft zu trainieren ist immer reizvoll. Ein solches Angebot erhält man nicht alle Tage. Reizvoll ist zudem die Kombination aus Trainingsarbeit mit dem Team und konzeptioneller Arbeit für den Verband. In diesen beiden Schwerpunkten liegen auch meine persönlichen Ziele. Mit der Nationalmannschaft möchte ich selbstverständlich die Qualifikationsrunde so positiv wie möglich absolvieren. Zudem bin ich bestrebt, mit dem Aufbau der Torwartakademie Strukturen zu schaffen, die das Torwartspiel langfristig auf ein höheres Niveau heben.

torwart.de: Wie ist der Stellenwert im Vergleich zu Deutschland?

Schweichler: Der Libanon, mit knapp 4 Millionen Einwohnern, ist selbstverständlich kein Fußball Schwergewicht. Dennoch hat sich die Nationalmannschaft in Asien gehörigen Respekt verschafft. Das Erreichen der finalen Qualifikationsrunde zur WM 2014 in Brasilien ist für das Team und das gesamte Land ein großer Erfolg.

Mit Roda Antar und Youssef Mohamad stehen zwei erfolgreiche, ehemalige Bundesligaspieler im Kader. Dazu kommen Spieler, die in Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten für Ihre Clubs am Ball sind. Sie sind Vorbilder für die jungen Spieler, von denen sicherlich einzelne in der Lage wären, sich in den obersten Ligen Deutschlands durchzusetzen. Durch die Erfolge der Nationalmannschaft machen die Spieler nun natürlich auf sich aufmerksam.

torwart.de: Wie sind die Torhüter zu bewerten im Vergleich zu Deutschland?

Schweichler: Die Torwartausbildung lässt leider generell auch im arabischen Raum noch immer zu wünschen übrig. Die ideale Ausführung torwartspezifischer Grundtechniken sowie ein taktisch optimal ausgerichtetes Positionsspiel, insbesondere in der Strafraumbeherrschung, stellt viele Torhüter vor große Probleme. Ein regelmäßiges, individuelles Torwarttraining auf qualitativ hochwertigem Niveau kann jedoch zu einer positiven Entwicklung auch in kurzer Zeit führen. Ich denke, die erzielten Erfolge und Leistungen der Torhüter bestätigen dies.

Mit Abbas Hassan steht ein Torwart im Kader, der in Europa seine Ausbildung genossen hat und alles mitbringt, was einen guten Torwart ausmacht. Bei den übrigen libanesischen Torhütern steht auf Grund der Altersstruktur ein Generationswechsel an. Es gibt einzelne hoffnungsvolle Talente, die nun an das gewünschte Leistungsniveau herangeführt werden müssen.

torwart.de: Wie sind die Bedingungen im Vergleich zu Deutschland?

Schweichler: Ein seriöser Vergleich verbietet sich fast. Die Bedingungen sind wesentlich schwieriger. Hinsichtlich der mangelnden Infrastruktur und den immer wieder auftauchenden Widrigkeiten grenzt es an ein Wunder, was unser Cheftrainer Theo Bücker in der Vergangenheit aufgebaut hat und wir mit dem Einzug in die finale, asiatische Qualifikationsrunde noch immer im Rennen sind, uns für die Weltmeisterschaft 2014 zu qualifizieren.

torwart.de: Wie ist das Umfeld (Stadion/Fans)?

Schweichler: Stolz ist man im Libanon auf das Camille Chamoun Sports City Stadion, einer knapp 60.000 Zuschauer fassenden Schüssel, die für die Asienmeisterschaft 2000 erneuert wurde. Hier finden Ligaspiele ebenso statt wie unsere Spiele mit der Nationalmannschaft. Daneben gibt es noch zwei weitere, kleinere Stadien.

Die fußballbegeisterten Libanesen waren als Folge des Bürgerkriegs 2006 vom Besuch der Ligaspiele für mehrere Jahre ausgeschlossen. Langsam bildet sich nun wieder eine Fankultur. Zu welch einer fantastischen Stimmung Sie jedoch in der Lage sind, zeigten Sie bei unserem Qualifikationsspiel gegen Katar vor vollen Rängen zu Beginn dieser Qualifikationsrunde.

torwart.de: Vielen Dank für das Interview!
Schweichler: Gerne.

von  Henrik Stadnischenko
Quelle: torwart.de

Sonntag, 17. März 2013

Unentschieden in Bahrain

Die libanesische Nationalmannschaft trennte sich im Freundschaftsspiel gegen Bahrain mit 0:0. Die in Manama angesetzte Partie hieß auf libanesischer Seite einige Debütanten willkommen. Von Beginn an durften sich Torhüter Mehdi Khalil (Safa) und Alexis Khazaka (Aleey) beweisen.
Onika is back

Bücker wollte sich nach den Spielmanipulationen und der 0:5-Niederlage gegen den Iran rehabilitieren. Und das tat man auch mehr oder weniger. Im gesamten Spiel zeichnete sich die Disziplin aus, die Bücker seinen Jungs eingetrichtert hat. Man ließ die spielerisch stärkeren Bahrainis nicht viel gelingen.

Aber auch die eine oder andere Chance ließ man selbst liegen. So musste der Torhüter des Bahrains einen Kopfball nach Ecke klären oder einen Schuss von Nader Matar klären, der schön durch Onika in Szene gesetzt wurde. 

In der Nachspielzeit kassierte der Gegner noch eine rote Karte, die aber keinen Einfluss mehr aufs Spiel hatte.

Alles in einem war es ein ordentlicher Test für das wichtige Qualispiel gegen Thailand. Dort werden wir aber sehr wahrscheinlich mit Verstärkung antreten. Roda Antar (Shandong/China), Adnan Haidar (Stabaek/Norwegen) und Abbas Hassan (Elfsborg/Schweden) werden mit von der Partie sein.

Nebenbei ist zu erwähnen dass es unserem Litauen-Legionär Mohamad Kdouh gelungen ist für Suduva im Ligaspiel einen Doppelpack zu erzielen.

Spielbericht:

Bahrain - Libanon 0:0

Aufstellung: Mehdi Khalil (46. Lary Mehanna), Youssef Mohamad, Mootazbellah Jounaidi, Walid Ismail, Abbas Atwi (57. Nader Matar), Alexis Khazaka, Mohamad Haidar (57. Onika), Ali Hamam, Hassan Maatouk, Mohamad Shamas, Hassan Chaaito

Karten: Mohamad Shamas

Samstag, 16. März 2013

Bücker genervt vom Verband

Nationaltrainer Theo Bücker ist vom libanesischen Fussballverband genervt. Der 64-jährige Trainerfuchs beklagte in einem Interview bei TV-Sender "Al Arabiya" die dauerhafte Einmischung in seine Arbeit, was Bücker überhaupt nicht gefällt.

Zu den Manipulationen sagte Bücker, dass der Verband nun die Akten schließen und nach vorne schauen soll. Die nächsten Schritte die wegen dem Fall in der Zukunft anstehen müssen getan werden und nicht immer wieder nach hinten schauen und hier und da Wunden öffnen. Die Spieler die erwischt wurden sind nicht mehr im Kader und das wichtigste ist, dass sich diese Sache nicht mehr wiederholt.

"Die Partie gegen Bahrain wird schwer sein, aber ich fühle dass meine Hände verkettet sind. Wie fühlt man sich den wenn auf einmal der Verbandspräsident kommt und sagt nimmt diesen, diesen und diese Spieler in deinen Kader auf? Und dann sagt man nach der 5:0-Niederlage gegen den Iran alles wäre meine Schuld. Sowas ist nicht normal."

Gegen den Bahrain tritt die Nationalmannschaft mit einem neuen Gesicht an. Bleibt abzuwarten, ob die neuen Spieler sich schnell in Theo´s Spiel integrieren.

Mittwoch, 13. März 2013

Kdouh im Inteview mit Offside

Der kürzlich in die litauische Liga gewechselte Mohamad Kdouh hat in einem Kurzinteview mit Hasan Charara über seine Anfangszeit in Litauen berichtet und wie er sein Team einschätzt. Das Video ist auf arabisch. Für die die Sprache nicht beherrschen hier eine kleine Zusammenfassung:

"Ich hatte ganz am Anfang meiner Litauen-Zeit Heimweh wie wohl jeder andere es auch hätte. Ich war auch zu dem Zeitpunkt nicht wirklich fit. Die meisten im Team waren mindestens eins,zwei Schritte weiter. Während andere nur einmal am Tag trainierten, musste ich jeden Tag zweimal ran um alles schnell aufzuholen. An manchen Freundschaftsspielen durfte ich deshalb nicht teilnehmen und das bereitete mir Kopfschmerzen. Aber zum Glück ist mir dann in den letzten beiden Spielen jeweils zwei Tore gelungen und jetzt bin ich im Team. Dieses Jahr kann man uns nicht so richtig einschätzen. Wir sind ein sehr junges Team. Unser Durchschnittsalter beträgt grade mal 22 oder 23 Jahre alt. Zuerst möchte ich mich hier für größere, stärkere Ligen empfehlen und ich hoffe dass das mir gelingt." so Kdouh.

Und zur Nationalmannschaft äusserte er sich so: "Natürlich möchte ich für die Nationalmannschaft meinen Teil dazu beitragen. Wir haben als kleines Land ordentliche Ergebnisse geholt und ich hoffe wir holen ähnliche oder noch bessere. Es ist einer meiner Hauptziele in die Nationalmannschaft zu kommen."


Dienstag, 12. März 2013

Libanon mit neuen Gesichtern zum Freundschaftsspiel

Zum Freundschaftsspiel am 17.03.2013 zwischen Bahrain und dem Libanon wird es auf libanesischer Seite einige Veränderungen geben. Da Nationaltrainer Bücker für´s erste die wegen Manipulation verdächtigten Spieler nicht nominieren wird, greift er auf neue unverbrauchte Kräfte und einen alten Bekannten.

In den Kader kommen sollen Torhüter Mehdi Khalil (aktuell bei Safa), Alexis Khazaka (Aleey), Hussein Awada (Al Ahed) und der Spielmacher von Al Ahed Abbas Atwi Onika, der bei Bücker nie einen guten Stand hatte.

Mehdi Khalil soll hinter Abbas Hassan die neue Nummer zwei sein. Der in Freetown,Sierra Leone geborene Libanese sammelte in der ersten schwedischen Liga bei Djugardens erste Profierfahrungen. Bei Safa hat er aktuell Ziad Al Samad vor sich. An diesen ist es schwer vorbeizukommen, da er Kapitän und Fanliebling ist. Er soll aber nach und nach Spielpraxis sammeln um dauerhaft eine Chance bei Safa zu erhalten.

Alexis Khazaka gehört zu der Sorte Spielern die technisch begabt sind. Der 18 jährige Mittelfeldmann spielt bei Aleey und hat in der aktuellen Saison drei Treffer erzielt. Zu erwähnen ist, dass Khazaka an dem Nikeprogramm "The Global Chance" teilgenommen hat. http://www.youtube.com/watch?v=zquPTjQLfUw

Hussein Awada spielt seit in dieser Saison öfters bei Al Ahed. Durch ansprechende Leistungen hat sich der junge Stürmer Chancen auf die Nationalmannschaft gemacht.

Zu Onika muss man wohl nicht viel sagen. Nach seiner Verbannung durch Bücker musste er eine harte Zeit durchstehen. Nun ist seine Chance gekommen, die der 28-jährige Offensivallrounder auch nutzen wird. Als Hängende Spitze gelangen Atwi bisher fünf Saisontreffer und eine Vorlage.

Gegen Bahrain werden Roda Antar, Abbas Hassan und Adnan Haidar sehr wahrscheinlich nicht dabei sein.

Sonntag, 10. März 2013

Dyoub, El Ali und Moghrabi kämpfen um ihr Recht

Die lebenslanggesperrten Nationalspieler Mahmoud El Ali und Ramez Dyoub und der für zwei Saisons (im Libanon) gesperrte Akram Moghrabi haben in der Sendung von Joseph Abu Shahin über ihre Verbannung aus dem libanesischen Fussball gesprochen und sich vehement verteidigt.

Ramez Dyoub der aus Kuala Lumpur, Malaysia zugeschaltet worden war, sagte in der Sendung dass sich der libanesische Verband vorbereiten muss. Mahmoud El Ali und er wurden für Handlungen gesperrt, für die es keine handfesten Beweise gab. Über das Gegentor gegen Katar welches er verursacht hatte, sagte er sinngemäß: 
 
"Was ist mit Mohamad Baqir Younes (Al Ahed)? Er hat sich gegen Kuwait beim 2-2 doch ein Eigentor geleistet! Das ist auch bei einigen anderen von uns passiert! Als ich den Pass zu Ziad Al Samad spielen wollte, waren da noch meine Kollegen in der Nähe des 16-Meterraumes. Das Soria an mir vorbeirennt konnte ich nicht ahnen. Der Verband hat keine Beweise. Man hat uns willkürlich gesperrt. Abu Fares (Funktionär von Safa) wollte damals nicht dass ich nach Bahrder Rechain zu Al Shabab Manama wechsel. Als ich mein Recht vor der FIFA bekam, hatte er meinen Bruder angerufen und gesagt dass er es mir niemals verzeihen würde und er sich rächen wird! Ich sag euch eins: Sollte mir die FIFA wieder geben, werde ich jeden einzelnen im Verband verklagen der mich in Verruf gebracht hat!"

Auch Mahmoud El Ali war live aus Jakarta, Indonesien zugeschaltet. Dieser sagte zu den Vorwürfen:

"Ich wurde für Spiele unter Verdacht gestellt wo ich noch verletzt und somit nicht im Team war. Ich weiß gar nicht wie man auf solche Gedanken kommt. Als ich zu den Untersuchungen erscheinen sollte, habe ich gefragt wo den die offiziellen Einladungen seitens der FIFA sind, damit mein Verein Bescheid weiß, sagte man mir: Ob du kommst oder nicht, du wirst gesperrt werden. Trotzdem bin ich gekommen und dass obwohl es keine Beweise gab. Es wurde einfach wild vermutet und dann hat man mich und Ramez lebenslänglich gesperrt. Habe ich nicht gegen Kuwait und Südkorea mein bestes gegeben damit wir weiterkommen? Ich hab mehrmals gefordert mir die Beweise vorzulegen, bisher ist nichts passiert. Ich bin mir sicher dass ich an mein Recht kommen werde."

Akram Moghrabi, der in Beirut verweilt und im Studio war sagte zu diesen Vorwürfen: 
"Mein indischer Verein kam auf mich zu und fragte ob es den stimmt, dass ich was damit zu tun habe. Ich habe Ihnen Nein gesagt. Der Verein besorgte mir einen Anwalt, der mir dabei hilft die Sache vor der FIFA zu klären. Ich wollte eigentlich im Winter weg, aber als ich sah dass sich der Verein um mich kümmert, habe ich mich entschlossen in der nächsten Saison wieder für Churchill aufzulaufen. Eine Rückkehr in die libanesische Liga wird es nicht mehr geben. Ich werde sehr wahrscheinlich bis zur neuen Saison in Indien trainieren. Und obwohl ich den Vertrag von mir aus aufgelöst hatte, schrieben die indischen Medien dass ich wegen dem Manipulationsskandal im Libanon gefeuert wurde. Churchill hat dies mehrmals in irgendwelchen Pressekonferenzen verneint. In der Untersuchung befragte man mich zu Spielern die bei den überprüften Spielen gar nicht da waren oder wo ich nicht zum Einsatz kam. Immer wieder fragte ich, warum gefragt wird zu Spielen an denen ich oder diese Personen nicht teilnahmen. Jetzt warten wir ab was die FIFA dazu sagen wird. Ich bin mir aber sicher das wir da rauskommen werden. Ich bedanke mich nur für die Leute die unsere Namen aus reinster Willkür in diesen Dreck reingezogen haben."

Und ewig trifft Issa Issa


Uerdingen zieht weiter in „ICE-Manier“ seine Kreise und bleibt in der Oberliga ungeschlagen. Im Samstagsspiel bezwang der KFC die SF Baumberg verdient mit 2:0.

Ein Name darf in der Torschützenliste natürlich nicht fehlen: Issa Issa. Der „Triebwagen“ des Spitzenreiters markierte mit seinem 23. Saisontreffer per Elfmeter das 1:0 (36.), nachdem Emrah Uzun im Strafraum gelegt wurde. Zuvor scheiterte bereits Marc-André Nimptsch mit einem Lattenschuss (5.).

„Das war ein ziemlich robuster Gegner. Wir hatten nur drei Spieler auf der Bank, somit zählt für mich einzig das Ergebnis“, analysierte Trainer Eric van der Luer nach der Partie. Doch auch die Gastgeber hatten ihre Möglichkeiten. So scheiterte Ali Daour nach einer Unsicherheit in der KFC-Deckung aus aussichtsreicher Position (44.). Das ärgerte auch seinen Trainer: „Gegen solche Gegner musst du brutaler deine Tore machen. Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt“, fasste David Moreno die Partie zusammen.

Den entscheidenden zweiten Treffer für die Gäste markierte der neu in die Startelf gerückte Monir Ibrahim mit einem platzierten Kopfballtreffer in den Winkel (55.). Für die Sportfreunde, die nach einer Stunde ihre größte Möglichkeit in Person von Hayreddin Maslar vergaben, geht der Blick nun wieder nach unten in der Tabelle.

Quelle: Reviersport.de

Dienstag, 5. März 2013

AFC Cup 2013



Heute startet wieder der AFC Cup, das asiatische Pendant zur europäischen Euro League. Mit von der Partie sind Safa, als amtierender libanesischer Meister, sowie Ansar, die in der letzten Saison zwar nur den 4. Platz belegten, aber den Pokalsieg feiern konnten.

Safa trifft in der Gruppe A auf Al Kuwait (aus Kuwait), auf Al Riffa (aus Bahrain) und auf Regar-TadAZ (aus Tadschikistan). Al Riffa geht ebenfalls, wie Safa, als amtierender Meister in diese Gruppe. Al Kuwait hingegen nimmt als amtierender AFC Cup-Sieger teil. Der Außenseiter der Gruppe, Regar-TadAZ, qualifizierte sich überraschend mit einem Sieg gegen Al Muharraq (aus Bahrain) für den AFC Cup. Für Safa ist das weiterkommen in dieser Gruppe absolut realistisch und sollte auch als Ziel ausgegeben werden.

Al Ansar trifft in der Gruppe B auf Arbil (aus Irak), Fanja (aus Oman) und auf Al Ahli Taizz (aus Jemen). Arbil tritt als amtierender irakischer Meister an. Fanja als amtierender omanischer Meister und Al Ahli Taizz qualifizierte sich durch ein K.O-Spiel gegen Al Wahda aus Syrien für das Turnier. Auch für Ansar ist ein weiterkommen absolut realistisch und sollte das Ziel sein. Für beide Libanesen werden vor allem die Auswärtsspiele enorm wichtig sein. Sollte man es schaffen, in der Fremde immer mindestens einen Punkt mitnehmen zu können, dann würde das schon ziemlich gut aussehen.

Die heutigen Termine unserer Mannschaften:

16:00 - Safa vs. Regar-TadAZ
16:00 - Fanja vs. Ansar

Montag, 4. März 2013

Schweichler will mit dem Libanon zur WM 2014

Von Henrik Stadnischenko

Über viertausend Verletzte und 1900 getötete Menschen. Zudem eine Vielzahl von zerstörten Städten und Dörfern. Auch sechs Jahre nach dem Ende des Libanon-Kriegs sind die Folgen und die Erinnerungen noch immer den Köpfen der Bevölkerung. Doch mittlerweile kehrt die Freude in das Land am Mittelmeer zurück. Grund dafür ist ihr ganzer Stolz, die Fußball-Nationalmannschaft. Das Team, das von Theo Bücker aus Deutschland trainiert wird, steht in der letzten Qualifikationsrunde für die WM 2014 in Brasilien.

Dass der libanesische Fußballverband "seinen großen Traum" Brasilien unbedingt erreichen möchte, beweist die Tatsache, einen professionellen Torwarttrainer einzustellen. Nach langer Suche fanden die Verantwortlichen im über 3100 Kilometer entfernten Mülheim an der Ruhr in Christian Schweichler ihre "Wunschlösung". In Deutschland ist der 34-Jährige ziemlich unbekannt, dabei genießt er auf dem afrikanischen Kontinent einen guten Ruf.

Schweichler bereits im Sudan erfolgreich
2010 feierte er mit dem sudanesischen Erstligisten Al Merreikh Omdurman den Pokalsieg und die Qualifikation zur afrikanischen Champions League. Im April 2012 folgte dann der nächsthöhere Schritt auf der Karriereleiter. Eine Entscheidung, die der lizenzierte Torwart-Coach bis heute nicht bereut hat. "Eine Nationalmannschaft zu trainieren ist immer reizvoll. Ein solches Angebot erhält man nicht alle Tage", betont Schweichler. "Ich möchte mit dem Aufbau einer Fußball-Akademie Strukturen schaffen, die das Torwartspiel im Libanon langfristig auf ein höheres Niveau heben", sagt Schweichler mit Hinblick auf die Zukunft.

Ex-Bundesliga-Profis im libanesischen Kader
Dass der Stellenwert der libanesischen Nationalmannschaft von Jahr zu Jahr wächst, beweist die Tatsache, das mit Roda Antar (ehemals SC Freiburg) und Youssef Mohamad (ehemals 1. FC Köln) zwei Ex-Bundesligaspieler im Nationalkader stehen. Zudem verdienen mit Adnan Haidar, Hassan Saad und Keeper Abbas Hassan insgesamt drei Nationalspieler ihr Geld im Ausland.

Haidar spielt beim norwegischen Klub Stabaek IF, Saad in den USA für Sporting Kansas City und Hassan beim IFK Norrköping in Schweden. Letzterer hat in Europa seine Ausbildung genossen und bereits U21-Länderspiele für Schweden bestritten hat. Hassan, 27-jähriger Leistungsträger im Team, wird in seiner Heimat als großes Idol gefeiert. Dank seiner starken Leistungen wurde der Torhüter bereits vom englischen Meister Manchester City zum Probetraining eingeladen. Doch obwohl die Libanesen mit Hassan über einen guten Schlussmann verfügen, sieht Schweichler bei der Torwartausbildung noch Nachholbedarf.

Schweichler wohnt in einem Vorort von Beirut
"Die Ausbildung junger Talente lässt leider generell auch im arabischen Raum noch immer zu wünschen übrig. Die ideale Ausführung torwartspezifischer Grundtechniken stellt viele Keeper vor große Probleme", betont der studierte Sportwissenschaftler. Seinen Lebensmittelpunkt hat der Torwarttrainer mittlerweile komplett nach Vorderasien verlegt. "Ich wohne in einem Vorort von Beirut und habe das Glück, in meiner Freizeit eine Menge über das Land und seine Kultur lernen zu dürfen", so Schweichler weiter.

"Libanesen haben sich WM-Qualifikation verdient"
Speziell Beirut sei mit seinen vielen kulturellen und gastronomischen Angeboten ein Ort, der viele Menschen aufgrund des hohen Lebensstandards anziehe, erklärt der Mülheimer. "Die Mehrheit der Menschen im Libanon ist gastfreundlich, weltoffen und pflegt einen westlichen Lebensstil. Dennoch ist die Gesellschaft natürlich arabisch geprägt", erklärt Schweichler, der mit "seinen Libanesen" im nächsten Jahr die WM-Qualifikation schaffen möchte. "Wir werden alles daran setzen, dass wir uns unseren WM-Traum erfüllen. Das haben sich die Menschen im Libanon verdient.

Quelle: Fussball.de

Samstag, 2. März 2013

Auffällige Rückpässe über 30 Meter

Ein deutscher Trainer und "ein Team, das Hunderttausenden Hoffnung gab", hätten Libanons Fußball endlich nach vorne bringen sollen - doch nun ist die halbe Nationalmannschaft des Landes wegen Wettbetrugs gesperrt. Es gilt als bewiesen, dass auch ein Spiel der WM-Qualifikation verschoben war.

Von Thomas Kistner

Es gibt diese Spiele. Die Mannschaft trainierte großartig, nach einer Woche konzentrierter Vorbereitung fragt sich der Coach nur noch, "wie hoch der Sieg ausfallen wird - und dann ist es bei Anpfiff plötzlich so, als hätte man bei der Hälfte der Spieler den Stecker rausgezogen", sagt Theo Bücker.

Der 64-Jährige hat einst viele Jahre in der Bundesliga gespielt, seit 2011 ist er Nationaltrainer im Libanon. Und hat dort keine Auswahl mehr - am Dienstag wurde fast die Hälfte des vielversprechenden Kaders wegen Spielmanipulation mit langen Sperren belegt. Zwei Leistungsträger, Mittelstürmer Mahmoud El-Ali und Abwehrchef Ramez Dayoub, wurden gar lebenslang verbannt; die Affäre reicht in die WM-Qualifikation hinein. Und der Weltfußball hat einen Sündenfall mehr - angesiedelt auf hoher internationaler Ebene.

Bücker zürnt. Er wird den Job in Beirut, wo er auch verheiratet ist, wohl dieser Tage aufgeben. Und die WM-Träume für 2014 begraben, wie schon einmal anno 2000: Auch damals war Libanons Fußball in einer Wettaffäre untergegangen. Der Spielbetrieb wurde ein Jahr ausgesetzt, Bücker zog damals nach Saudi-Arabien weiter.

Die neue Affäre umfasst 24 Spieler, plus einige Offizielle; verschoben wurden Partien in der Nationalliga, in Asiens Champions League und in der WM-Quali für 2014. Drei Monate, sagt Bücker, habe Chefermittler Fadi Zreiqat aus Jordanien Zeugen angehört, der Personenkreis umfasste 65 Leute. Angestoßen hatte den Fall der Hauptstadtklub Al Ahed, den die islamistische Organisation Hisbollah unterstützt.

"Die Leute dort waren so ehrlich zu sagen, da stimmt was nicht", so Bücker. Sie hätten bemerkt, "dass Durchschnittsspieler plötzlich zwei Frauen, Häuser, dicke Autos und viele Handys hatten". Kicker, die sonst mit dem Mofa zum Training kamen in einer Liga, in der Spitzenkräfte rund 150.000 Dollar im Jahr kassieren. "Die fragten sich, woher ihre Jungs das viele Geld haben."

Zugleich machte Bücker beunruhigende Beobachtungen bei seinen eigenen Schützlingen. Die mussten im Juni und November 2012 zweimal in der WM-Qualifikation gegen Katarran - "keine schwere Aufgabe", dachte der Nationalcoach. Nun weiß er: Auch diese Ausscheidungsspiele waren manipuliert. "Es gibt keinen Beleg, dass Katar dahinter steckt", sagt er, "ich denke, die sind da außen vor. Aber ich kenne meine Spieler wie meine Kinder, und wir hatten drei, vier starke Leute dabei, die plötzlich 30 Meter zurück gespielt haben."

Katar richtet 2022 die WM aus. Dann droht dem Scheichtum die Peinlichkeit, erster Gastgeber zu sein, der nie selbst bei einer WM spielte. Dank des Libanon ist die Gefahr vorerst gebannt, Katar schlug Bückers Elf in beiden Partien jeweils durch ein Tor des Uruguay-stämmigen Stürmers Sebastian Soria mit 1:0 und liegt in der WM-Qualifikation mit sieben Punkten gleichauf mit Südkorea und Iran, einen Zähler hinter Usbekistan. Die Chancen auf ein WM-Debüt in Brasilien stehen gut.

Quelle: süddeutsche